Verengte Halsschlagader

Flüchtige Symptome eines Schlaganfalls weisen auf eine Halsschlagaderverengung hin. Wie sie entsteht und was dann zu tun ist.

Arteriosklerose anatonische Darstellung © Thinkstock
(Krefeld – 08.09.2015) Eine kurzfristige einseitige Erblindung, Schwäche oder Gefühlsstörungen im Gesicht, den Armen oder den Beinen sowie Sprachstörungen können insbesondere im höheren Lebensalter auf eine Halsschlagaderverengung (Karotis-Stenose) hinweisen. Das Hauptrisiko bei einer fortgeschrittenen Stenose ist, dass sich daraus ein Schlaganfall entwickelt. „Eine geringgradige Karotis-Stenose verläuft zunächst noch ohne Beschwerden. Bei einer mittel- bis hochgradigen Verengung der Halsschlagader können jedoch Schlaganfallsymptome auftreten. Auch wenn diese Symptome nur als vorübergehende Attacke erscheinen, sollten sie immer ernst genommen werden und baldmöglichst ein Arzt aufgesucht werden, da sie Vorboten eines Schlaganfalls sein können“, sagt Dr. Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN).

Hauptursache der Halsschlagaderverengung: Arteriosklerose

Die weitaus häufigste Ursache für eine Einengung der Halsarterien sind arteriosklerotische Veränderungen, also Ablagerungen beziehungsweise „Plaques“ an den Gefäßinnenwänden. Eine geringe Verengung ist für die Hirndurchblutung meist nicht problematisch, da die Halsschlagader der Gegenseite und die beiden Schlagadern des Nackens den Blutstrom zum Gehirn wieder ausgleichen. „Lösen sich aber kleine Teile von Ablagerungen, können sie mit dem Blutstrom in die Blutgefäße des Gehirns gelangen und sie blockieren. Hierdurch kann es zu einem vorübergehenden Ausfall von Hirnfunktionen – einer sogenannten transitorisch ischämischen Attacke (TIA) – oder zu einem großen Schlaganfall mit bleibenden Schäden kommen. In jedem Fall ist unmittelbar eine Klinik, im besten Fall eine Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) aufzusuchen“, so der Nervenarzt. Die Gefahr, nach einer TIA einen Schlaganfall mit bleibenden Folgen zu bekommen, ist besonders in den ersten Tagen groß. Deshalb ist eine unmittelbare Klärung und Behandlung auch von scheinbar harmlosen und vorübergehenden Störung notwendig.

Behandlung und regelmäßige Kontrolleuntersuchungen

Die Diagnose einer Karotis-Stenose ist schmerzfrei und unkompliziert mithilfe einer Ultraschall-Untersuchung möglich. Dadurch können der Blutfluss und das Ausmaß der Adereinengung beurteilt werden. „Bei einer Verengung von über 70 Prozent wird in der Regel eine Operation empfohlen – insbesondere dann, wenn bereits Durchblutungsstörungen des Gehirns aufgetreten sind“, sagt Dr. Bergmann. „Der Eingriff sollte dann möglichst rasch nach dem Auftreten der Beschwerden erfolgen.“  

Unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung werden die Ablagerungen entfernt, damit der Gefäßabschnitt wieder geöffnet wird. Alternativ kann ein röhrenförmiges Metallgitter, ein sogenannter Stent, eingesetzt werden, um das Gefäß dauerhaft offen zu halten“, erklärt der Experte. Weil ein Verschlussprozess durch arteriosklerotische Veränderungen chronisch verläuft, sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig, um frühzeitig zu erkennen, ob sich erneut eine Engstelle in den Gefäßen ausbildet.

Risikofaktoren für Arteriosklerose meiden

Einer Karotis-Stenose lässt sich am ehesten vorbeugen, indem man Risikofaktoren, die eine Arteriosklerose begünstigen, vermeidet. So sollte man zum Beispiel auf das Rauchen verzichten, auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten, ein normales Körpergewicht halten und sportlich aktiv sein. Außerdem sollten Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes mellitus optimal eingestellt und erhöhte Cholesterinwerte abgesenkt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.09.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte (www.neurologen-im-netz.org): Flüchtige Schlaganfall-Symptome weisen auf Halsschlagadern-Verengung hin
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung