Gesunde Zähne senken Risiko

Parodontitis erhöht das Bluthochdruck- und somit das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Die Therapie der Entzündung kann den Blutdruck wieder senken.

Lachende Frau © Thinkstock
(Berlin – 05.12.2014) Menschen mit Parodontitis, einer bakteriellen Zahnfleischentzündung, erleiden häufiger einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. In einer aktuellen Studie stellten Bluthochdruck-Forscher nun fest, dass eine Behandlung der Parodontitis auch einen erhöhten Blutdruck wieder senken kann.

Parodontitis-Patienten leiden häufiger an Bluthochdruck

Bei Parodontitis entzündet sich das Zahnfleisch so stark, dass der Zahnhalteapparat Schaden nimmt. Ohne Behandlung lockern sich die Zähne und fallen mitunter sogar aus. Hinzu kommt: Menschen mit Parodontitis leiden häufiger als jene mit gesunden Zähnen an Erkrankungen, die den ganzen Körper betreffen. Dazu gehört neben Diabetes mellitus vor allem Bluthochdruck. Noch ist der Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und der Zahnfleischerkrankung nicht abschließend ergründet.  

„Sehr wahrscheinlich sind jedoch dieselben Bakterien, die die Parodontitis auslösen, auch die Ursache für den erhöhten Blutdruck und die vermehrten Herzinfarkte sowie Schlaganfälle“, erklärt Dr. Johannes Baulmann, der die Abteilung für Angiologie der Kardiologischen Klinik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck leitet. Die Erreger verteilen sich im ganzen Körper, so der Experte, und damit auch in den Blutgefäßen. „Dort regen sie entzündliche Prozesse an, die Gefäßwände werden fest und irgendwann sogar brüchig.“  

Wie elastisch die Gefäße noch sind, können Forscher mithilfe der Pulswellengeschwindigkeit messen. Diese beschreibt, wie schnell die Druckwelle des Pulses die Arterien durchläuft. Eine hohe Pulswellengeschwindigkeit zeigt an, dass die Gefäße versteift sind – damit steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In einer Vorläuferstudie erforschte Baulmann gemeinsam mit anderen Medizinern, dass Patienten mit Parodontitis steifere Gefäße haben und einen höheren zentralen Blutdruck.

Zahngesundheit senkt Blutdruck

In der aktuellen Studie gingen die Wissenschaftler der Frage nach, ob sich der Bluthochdruck im Umkehrschluss mit besserer Zahngesundheit wieder absenkt. Sie verfolgten dafür die Behandlungsfortschritte von hundert Patienten mit Parodontitis. Nach zwölf Monaten stellten die Forscher fest, dass Patienten mit erfolgreich bekämpfter Zahnfleischentzündung auch elastischere Blutgefäße hatten. Besonders eindrucksvoll war für sie: Der zentrale Blutdruck dieser Patienten war gesunken. „Die Studie gibt erste Hinweise darauf, dass mit der Parodontitis-Behandlung Herz-Kreislauf-Erkrankungen und mögliche Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall reduziert werden könnten“, so Baulmann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.12.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Hochdruckliga: Gesunde Zähne = niedriger Blutdruck. Zahnarztbesuch senkt Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko
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