Der Berg ruft

Am Wochenende werden wir noch einmal mit bestem Wanderwetter verwöhnt. Bergtouren sind auch für die meisten Herzpatienten möglich – und gesund.

Wandern © Thinkstock
(Wiesbaden – 31.10.2014) Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Laufen sind auch für die Gesundheit von Herz- und Bluthochdruckpatienten förderlich. „Selbst Bergwandern bis zu einer Höhe von etwa 2500 Metern ist für fast alle Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen geeignet – davon ausgenommen sind nur Patienten mit ausgeprägter Herzschwäche oder ernsten Lungenerkrankungen. Denn Probleme mit der Sauerstoffsättigung treten gewöhnlich erst in größeren Höhen auf. Außerdem können die Betroffenen beim Wandern die Intensität und Dauer der körperlichen Belastung individuell abstimmen", erklärt Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender des Bundesverbands niedergelassener Kardiologen (BNK).

Bei Herzschwäche oder Rhythmusstörungen nicht in großen Höhen wandern

Wer in noch größere Höhen aufsteigen möchte, sollte jedoch ein paar Dinge beachten. Denn der mit zunehmender Höhe abnehmende Sauerstoffgehalt der Luft kann einem vorerkrankten Herzen schaden, da er es zur Leistungssteigerung veranlasst, um trotzdem genügend Sauerstoff durch den Körper zu pumpen. Das kann zu einer Überanstrengung des Herzmuskels führen. „Deshalb sind Aufenthalte in größerer Höhe zwischen 2500 und 3500 Metern für Patienten nur vertretbar, wenn sie keine Herzschwäche, Rhythmusstörungen oder zusätzlichen Begleiterkrankungen aufweisen und von Haus aus körperlich so fit sind, dass sie sich bei den geplanten Touren nicht übernehmen", sagt der Kardiologe.

Bei mehrtägigen Touren erst einmal akklimatisieren

„Wichtig ist es außerdem, sich nach Ankunft in den Bergen erst einmal gut zu akklimatisieren, also körperliche Anstrengung in den ersten drei bis fünf Tagen weitestgehend zu vermeiden. In dieser Zeit kann der Organismus die Zahl der roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff im Blut transportieren, erhöhen, was das Herz entlastet. Außerdem ratsam ist es, Berge stets langsam zu erklimmen und dabei möglicherweise auftretende Beschwerden nicht zu ignorieren, sondern achtsam mit dem eigenen Körper umzugehen. Also bei Atemnot, Schwächegefühl oder Schwindel am besten eine Pause einlegen und – falls die Beschwerden nicht nachlassen sollten – die Tour lieber abbrechen beziehungsweise abkürzen. Dies erfordert ein gutes Verständnis der eigenen Krankheit, eine richtige Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit und die Fähigkeit zum Selbstmanagement. Patienten können sich vor ihrem Urlaub in den Bergen gerne auch vom Arzt beraten lassen, welche Maßnahmen beim Auftreten von Beschwerden zu ergreifen sind. Das verschafft zusätzliche Sicherheit", so Smetak.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 31.10.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands niedergelassener Kardiologen (www.internisten- im-netz.de): Bergwandern auch mit Herz-Kreislauf-Erkrankung möglich und gesund
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