Vitamin D für die Gefäße

Vitamin D ist wichtig für die Knochen, das ist bekannt. Doch Forscher haben nun noch eine weitere – bislang unbekannte – Funktion des Vitamins entdeckt.

Pillen © Thinkstock
(Frankfurt – 18.09.2014) Ob Osteoporose, Multiple Sklerose oder möglicherweise auch Herzinfarkte: Eine Vielzahl von Krankheitsbildern wird mit einem Mangel an Vitamin D in Verbindung gebracht. Auch in Deutschland kommt die Vitamin-D-Unterversorgung häufig vor. Mindestens 60 Prozent der Deutschen haben einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel, obgleich der Körper bei ausreichender Sonnenbestrahlung der Haut Vitamin D selbst bilden kann.  

Frankfurter Wissenschaftler um die Physiologen Prof. Ralf Brandes und PD Dr. Katrin Schröder vom Fachbereich Medizin der Goethe-Universität Frankfurt haben jetzt entdeckt, das Vitamin D die Blutgefäßneubildung fördert. Mit dieser Erkenntnis könnte die Therapie von Krankheiten wie Diabetes mellitus verbessert werden, die eine eingeschränkte Gefäßregeneration zur Folge haben.

Vitamin-D-Einnahme fördert Regeneration von Blutgefäßen

Im Gegensatz zu vielen anderen Vitaminen, die im Stoffwechsel gebraucht werden, bildet der menschliche Körper aus Vitamin D ein Hormon. Von diesem Vitamin-D-Hormon – 1,25-Dihydroxycholecalciferol – gehen vielfältige Funktionen aus. Es fördert die Kalziumaufnahme im Darm, wirkt dem Kalziumverlust im Knochen entgegen und reguliert damit den Knochenaufbau.  

Die Forscher konnten nun nachweisen, dass die Gabe des Vitamin-D-Hormons auch die Regeneration von Blutgefäßen fördert. Die Wissenschaftler beobachteten, dass die Einnahme von Vitamin D beim Menschen die Menge der im Blut zirkulierenden regenerationsaktivierenden Zellen erhöht. Gleichzeitig konnte an Mäusen gezeigt werden, dass die Gabe von niedrigen Dosen des Vitamin-D-Hormons die Heilung von Blutgefäßen beschleunigt. Die bei Diabetes mellitus stark eingeschränkte Gefäßneubildung ließ sich dadurch vollständig normalisieren.

Vitamin-D-Gabe sollte therapeutisch erprobt werden

Eine besondere Leistung der Forscher war es, den der Gefäßregeneration zugrundeliegenden Mechanismus nachzuweisen. So konnte belegt werden, dass das Vitamin-D-Hormon die körpereigene Regeneration steigert, indem es die Produktion eines sehr wichtigen Signalmoleküls in der Zelle erhöht. Dieses Protein, das Hypoxie-induzierbarer Faktor (HIF1α) genannt wird, ist für die Bildung einer Vielzahl wichtiger regenerativer Gewebehormone zuständig. Fazit der Wissenschaftler: Bei Patienten mit eingeschränkter Gefäßregeneration – zum Beispiel bei Diabetikern – sollte eine Vitamin-D-Gabe therapeutisch erprobt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.09.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Frankfurt: Vitamin D fördert die Regeneration von Blutgefäßen
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