Therapie mit Generika

Die Umstellung auf anders aussehende Herztabletten kann dazu führen, dass Patienten die Medikamente nicht mehr regelmäßig einnehmen.

Tabletten
(München – 10.09.2014) Generika sind wirkstoffgleiche, aber preisgünstigere Arzneistoffe, die auf den Markt kommen, wenn der Patentschutz des Originalpräparats abgelaufen ist. Allerdings unterscheiden sie sich meist in Farbe oder Form vom Original. Und das kann sich negativ darauf auswirken, wie regelmäßig und zuverlässig die Tabletten von Herzpatienten eingenommen werden. Darauf macht der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) unter Berufung auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Harvard University aufmerksam.

Meiste Veränderungen im Aussehen bei Generika von Statinen

Für die Studie wurden über 3000 Herzinfarktpatienten untersucht, deren medikamentöse Therapie innerhalb von 90 Tagen nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus auf mindestens ein Generikum umgestellt wurde. Die meisten Veränderungen im Aussehen wiesen Generika von Statinen auf, die wenigsten Generika von Betablockern. „Änderungen in der Tablettenform oder -farbe führten zu häufigeren Abweichungen von der Einnahmevorschrift als bei Patienten ohne Therapieumstellung“, berichtet Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen (BNK). Fälle von Unregelmäßigkeiten bei der Einnahme stiegen bei Änderungen der Tablettenform um 66 Prozent und bei Abweichungen in der Tablettenfarbe um 34 Prozent. „Das kann gerade bei Herzinfarktpatienten, für die eine regelmäßige Einnahme der Medikamente besonders wichtig ist, fatal sein. Denn Krankheitslast und Sterblichkeit steigen bei sinkender Therapietreue nachweislich“, erklärt der Experte.

Patienten über verändertes Aussehen informieren

Offenbar können Veränderungen im Aussehen bisher gewohnter Herzmedikamente bei den betroffenen Patienten für Verunsicherung oder Verwirrung sorgen, die Nachlässigkeiten bei der Tabletteneinnahme zur Folge haben. „Es ist deshalb wichtig, Patienten bei der Umstellung auf Generika darauf hinzuweisen, dass sich das Aussehen der neuen Tabletten trotz gleicher Wirkung von den bisher gewohnten Medikamenten unterscheidet. Und dass die regelmäßige Einnahme genauso wichtig ist wie bisher", betont Dr. Smetak. Die Studienautoren der Harvard University plädieren sogar dafür, das Aussehen von Generika in Zukunft besser an das der Originalpräparate anzugleichen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.09.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen (www.internisten-im-netz.de): Umstellung auf anders aussehende Herztabletten kann Therapietreue beeinträchtigen
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