Kein schützender Effekt

Ein Glas Wein am Tag schützt vor Gefäßverkalkung, so die Meinung vieler. Stimmt nicht, lässt jetzt eine aktuelle Studie vermuten.

Rot- und Weißwein © Thinkstock
(Barcelona/Düsseldorf – 02.09.2014) Lange galt die Annahme: Wein in moderaten Mengen hat einen schützenden Effekt gegen Arteriosklerose und hat somit positive Auswirkungen auf das Herz. Eine aktuelle Studie zeigt jetzt jedoch: Regelmäßiger, maßvoller Konsum von Rot- oder Weißwein führt nach sechs beziehungsweise zwölf Monaten zu keiner Verbesserung des Arterioskleroserisikos. „In dieser prospektiven, randomisierten Studie fanden wir keinen klinisch signifikanten Einfluss von moderatem Rot- oder Weißweinkonsum auf Parameter wie Lipidwerte, C-reaktives Protein, Nüchtern-Glukose und andere Marker für das Arterioskleroserisiko oder die Leberwerte“, fassen die Studienautoren zusammen. „Wir konnten auch die Hypothese nicht bestätigen, die sich vorwiegend aus retrospektiven Studien ableitet, dass Weinkonsum den HDL-Spiegel erhöhen würde.“ Bei retrospektiven Studien werden rückblickend Daten, die in der Vergangenheit erhoben wurden, ausgewertet.

Werte änderten sich durch den Weinkonsum nicht

Seit den 1990er Jahren waren immer wieder Untersuchungen vorgelegt worden, die auf einen herzschützenden Effekt von moderatem Weinkonsum hinwiesen. Forscher der Universitäten Olmütz und Prag sind jetzt in einer Studie den Effekten von Weiß- und Rotweinkonsum auf Risikofaktoren für Arteriosklerose nachgegangen. 146 Studienteilnehmer mit leichtem bis mittlerem Arterioskleroserisiko tranken ein Jahr lang regelmäßig Pinot Noir oder Chardonnay-Pinot – Frauen fünfmal in der Woche 0,2 Liter pro Tag, Männer 0,3 Liter. Das Hauptinteresse lag auf den Werten des „günstigen“ HDL-Cholesterins, aber auch andere Arteriosklerosemarker wie LDL-Cholesterin, C-reaktives Protein und Messgrößen für oxidativen Stress untersuchten die Wissenschaftler. Bei keinem der Marker ergaben sich nach sechs beziehungsweise zwölf Monaten Weinkonsum signifikante Änderungen.

„Die Ergebnisse dieser neuen Weinstudie scheinen doch im Gegensatz zum bisherigen Trend zu stehen. Das wird sicher nicht die letzte Untersuchung zu diesem kontroversen Thema sein“, kommentiert Prof. Dr. Eckart Fleck von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) die Studie.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.09.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie: „In Vino Veritas“-Studie: Kein verringertes Atherosklerose-Risiko bei regelmäßigem Weinkonsum
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