Sport fürs Herz

Das Herz von Frauen ab dreißig ist vor allem durch Bewegungsmangel gefährdet. Eine neue Studie zeigt, wie viel Sport nötig ist, um Herzerkrankungen vorzubeugen.

Frau macht Yoga © Thinkstock
(München – 23.06.2014) Bei Frauen ab 30 Jahren ist der größte Risikofaktor für eine Herzerkrankung mangelnde beziehungsweise fehlende Bewegung. „Allgemein zählen Übergewicht, Rauchen und Bluthochdruck neben Bewegungsmangel zu den hauptsächlichen Risikofaktoren für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Jetzt hat eine neue Studie gezeigt, dass Bewegungsmangel bei Frauen ab dem 30. Lebensjahr noch vor Übergewicht, Rauchen und Bluthochdruck zu den meisten koronaren Herzerkrankungen führt“, sagt Dr. Norbert Smetak vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK). Nur bei unter 30-jährigen Frauen war der Nikotinkonsum in der Studie der größte Risikofaktor. „In dieser Altersklasse ist Tabakkonsum noch besonders häufig, viele Frauen hören dann aber Ende zwanzig wieder mit dem Rauchen auf“, so Smetak.

KHK: Sauerstoffmangel für den Herzmuskel

Ursache für die Koronare Herzkrankheit sind Ablagerungen von Fett und Bindegewebe in den Herzkranzgefäßen (Koronararterien). Diese Ablagerungen führen dazu, dass die Herzkranzgefäße verengt oder sogar ganz verschlossen werden. Dadurch bekommt das Herzmuskelgewebe nicht mehr genügend Sauerstoff und Nährstoffe. Ist die Durchblutung stark eingeschränkt, kann es durch den Sauerstoffmangel dazu kommen, dass Herzmuskelzellen absterben. Die Folge: ein Herzinfarkt.  

Ergeben sich in entsprechenden Voruntersuchungen konkrete Hinweise auf verengte Koronararterien, untersuchen Kardiologen die Gefäße mit einer Koronarangiografie – also mit einem Herzkatheter. In besonderen Fällen können auch Computertomografie (CT‐Angio) und Magnetresonanztomografie eingesetzt werden, um eine Koronarerkrankung auszuschließen.

150 Minuten Bewegung pro Woche reichen aus

Die Studienergebnisse machen deutlich: Vor allem für Frauen ist mehr Bewegung zur Vorbeugung von Herzerkrankungen besonders wichtig. „Beruf, Familie und Kinder führen bei vielen Frauen dazu, dass sie sich mit zunehmendem Alter immer weniger bewegen. Dabei würden pro Woche schon 150 Minuten Bewegung mittlerer Intensität ausreichen, um eine Erkrankung an KHK zu vermeiden – also zum Beispiel dreimal wöchentlich 50 Minuten (oder sechsmal 25 Minuten) im Garten arbeiten, Schwimmen oder Walken“, empfiehlt der Experte.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.06.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK)
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