Herzgesund durch die WM

Heute wird es für die Deutschen zum ersten Mal spannend – eine Belastung für so manches Herz. Wie auch Herzpatienten die WM genießen können.

Fußballfan © Thinkstock
(München – 16.06.2014) Heute Abend fiebert und schwitzt ganz Deutschland mit unserer Mannschaft mit. Dieser weltmeisterschaftliche Stress wirkt sich nicht nur emotional, sondern auch physisch auf unseren Körper aus. Der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) erklärt, woran das liegt und wie Sie das Sportereignis des Jahres gesunden Herzens überstehen.

Emotionaler Stress belastet das Herz

Während der WM 2006 stieg die Zahl der Herznotfälle laut einer Studie auf das Vierfache des Durchschnitts – es kam zu 8.000 bis 11.000 zusätzlichen Einsätzen. Der Grund: Besonders für herzkranke Menschen kann der emotionale Stress in eine lebensbedrohliche Situation umschlagen, da das kranke Herz der emotionalen Ausnahmesituation nicht gewachsen ist.

Ein sportliches Herz ist belastbarer

Um unser wichtigstes Organ auf den WM-Stress vorzubereiten, ist es ratsam, das Herz vorab zu stärken – beispielsweise durch Sport. Körperliche Bewegung wirkt sich nicht nur positiv auf die allgemeine Gesundheit aus, sondern kurbelt zudem die Selbstheilungskräfte des Körpers an. Wenn nach 45 Minuten der Halbzeitpfiff ertönt, freuen sich nicht nur die Spieler auf dem Platz über die willkommene Unterbrechung – auch für unser Herz kommt die Pause gerade recht. Denn bei besonders aufregenden Situationen produziert der Körper stressbedingt mehr Adrenalin.  

„Wer zu Überreaktionen während des Spiels neigt, sollte die Halbzeitpause unbedingt nutzen, um sich zu entspannen. Dafür am besten ein paar Mal tief durchatmen und einige Minuten gehen – das senkt den Adrenalinspiegel und macht fit für die zweite Halbzeit“, empfiehlt Dr. Heribert Brück vom BNK.

Auf Nummer sicher gehen

Wer bereits aus Erfahrung weiß, dass sein Herz in emotionalen Situationen außer Takt gerät, sollte auf Nummer sicher gehen und sich mit einem Arztbesuch für die WM wappnen: „Besonders Patienten, die in Stresssituationen allgemein zu Herzproblemen neigen, sollten sich vom Kardiologen durchchecken lassen. Manchmal kann es hilfreich sein, vorab ein Medikament zu verordnen – zum Beispiel einen sogenannten Betablocker, um den Körper auf diese Situation vorzubereiten“, so der Experte.

Gut vorbereiten zum Public Viewing

Beim Public Viewing gibt es ebenfalls einige Stolperfallen für das Herz: So erfrischt kühles Bier zwar in der Sommerhitze, durch den Alkohol erhöht sich jedoch der Blutdruck. Dadurch kann das Risiko eines Herzinfarkts oder einer gefährlichen Herzrhythmusstörung zusätzlich ansteigen.  

Auch die Hitze beeinträchtigt unseren Kreislauf. Wer also bei der Übertragung des Fußballspiels am Abend noch fit sein möchte, der sollte sich tagsüber nicht zu lange in der prallen Sonne aufhalten: Einfach einen Sonnenhut mitnehmen oder sich in den Schatten setzen – und das Herz kommt nicht aus dem Takt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.06.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK)
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