Deutschlands Herzen

Laut aktuellem Deutschem Herzbericht sinkt in Deutschland die Zahl der Todesfälle durch Herzkrankheiten. Doch es gibt große regionale Unterschiede.

Herz mit Pflaster © Thinkstock
(Berlin – 30.01.2014) Die gute Nachricht zuerst: Insgesamt sterben immer weniger Menschen in Deutschland an einer Herzerkrankung. Das ist ein Ergebnis des aktuellen Deutschen Herzberichts der Deutschen Herzstiftung, den sie gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie sowie der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie herausgegeben hat. Weitere Ergebnisse sind jedoch, dass erhebliche regionale und – bei bestimmten Herzerkrankungen – auch große Unterschiede zwischen den Geschlechtern bestehen.

Sterbeziffer bei Herzkrankheiten geht kontinuierlich zurück

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Menschen, die an einer Herzkrankheit starben, kontinuierlich gesunken. Beispiel Herzinfarkt: Starben 1980 noch rund 92.800 Menschen an dieser Herzerkrankung, waren es 2011 nur noch gut 52.100. „Verbesserungen in der Vorbeugung, Diagnostik und Therapie haben wahrscheinlich zum Rückgang der Infarktsterblichkeit geführt“, sagt Prof. Dr. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Mehr Frauen sterben an Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen

Ein weiteres Ergebnis des Herzberichts: Es sterben deutlich mehr Frauen an einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Herzrhythmusstörungen und Herzklappenkrankheiten. So erlagen 2011 zum Beispiel mehr als doppelt so viele Frauen (rund 30.600) einer Herzschwäche wie Männer (rund 14.800). Infolge von Herzrhythmusstörungen starben rund 14.600 Frauen und 9.100 Männer. „Dass Frauen bei diesen Herzerkrankungen eine wesentlich ungünstigere Prognose als Männer haben, ist nicht ohne Weiteres zu erklären, muss aber in der Therapie dieser Erkrankungen und in der Versorgung noch stärker berücksichtigt werden“, so der Herzspezialist.

Deutliche regionale Unterschiede

Auch unter den Regionen zeigt der Herzbericht erhebliche Unterschiede: Am höchsten liegt die Sterbeziffer – also die Zahl der Verstorbenen pro 100.000 Einwohner – durch Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit (KHK), Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche oder Klappenerkrankung in den Bundesländern Sachsen-Anhalt (372), Sachsen (352) und Thüringen (316). Am niedrigsten ist die Sterblichkeit dagegen in Berlin (185), Hamburg (213) und Baden-Württemberg (219).

Ursachen für die höhere Sterblichkeit in manchen Bundesländern könnten laut Herzbericht die regionalen Unterschiede in der Gesundheitsversorgung, eine niedrigere Ärztedichte, ein geringeres Gesundheitsbewusstsein und ein niedrigerer sozioökonomischer Status sein. „Anhand der Unterschiede sehen wir, dass von einer flächendeckenden einheitlichen Versorgung von Herzpatienten nicht die Rede sein kann und noch mehr Akzente in der herzmedizinischen Versorgung zugunsten der strukturschwachen Regionen gesetzt werden müssen“, sagt Meinertz.

Testen Sie Ihr persönliches Herzinfarkt-Risiko

Wenn Sie wissen möchten, wie hoch Ihr Risiko für einen Herzinfarkt ist, machen Sie unseren Selbsttest.


Dieser Inhalt benötigt Flash.
Kostenloses Flash-Plugin herunterladen.

Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.01.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung: Neuer Herzbericht: Deutlich mehr Frauen als Männer sterben an Herzschwäche, Rhythmusstörungen und Klappenkrankheiten
  • Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung: Neuer Deutscher Herzbericht: Herzmedizin-Fortschritte: Sterblichkeit nimmt weiter ab, immer bessere Versorgung
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung