Herzschwäche beobachten

Eine Herzschwäche kann gefährlich werden. Entgleisungen lassen sich verhindern, indem Betroffene ein Herztagebuch führen.

Herz aus Seil © Thinkstock
(Frankfurt am Main – 25.10.2013) Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 370.000 Patienten mit Herzschwäche in eine Klinik eingewiesen, weil ihr Herz entgleist ist. Damit zählt die Herzschwäche zu den häufigsten Anlässen für einen stationären Krankenhausaufenthalt. Die Entgleisung einer Herzschwäche ist jedoch vermeidbar. Dazu sollte der Patient selbst täglich den Verlauf seiner Erkrankung und auftretende Beschwerden in einem Herztagebuch dokumentieren und regelmäßig mit seinem Arzt besprechen. Basis der Dokumentation sind Werte wie Körpergewicht, Blutdruck und Puls.

Wie kommt es zur Verschlechterung einer Herzschwäche?

Faktoren, die eine chronische Herzschwäche zum Entgleisen bringen können, sind zum Beispiel Therapiefehler durch die Überdosierung oder die Einnahme von Medikamenten, die den Herzmuskel zusätzlich belasten. Auch Ernährungsfehler können eine Herzschwäche verstärken. Meist wird etwa zu viel Salz oder zu viel Flüssigkeit (mehr als zwei Liter pro Tag) aufgenommen. Weitere Aspekte, die eine Herzschwäche verschlechtern können, sind Herzrhythmusstörungen, Lungenentzündungen durch bakterielle Infektionen, Lungenembolien infolge von Thrombosen und eine krisenhafte Blutdruckerhöhung, die in der Regel eine sofortige Behandlung im Krankenhaus erfordert.

Klare Warnsignale für eine Entgleisung

„Klare Signale für eine Verschlechterung einer Herzschwäche, auf die Arzt und Patient laufend achten sollten, sind Wassereinlagerungen an den Knöcheln, den Unterschenkeln oder im Bauchraum sowie zunehmende Kurzatmigkeit, wiederholtes Aufwachen wegen Atemnot und der Bedarf an mehr Kissen, um schlafen zu können“, erläutert der Herzspezialist Prof. Dr.med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Wassereinlagerungen sind durch eine tägliche Gewichtskontrolle leicht zu erkennen: Steigt das Körpergewicht innerhalb von drei Tagen um mehr als zwei Kilogramm an, hat sich die Herzschwäche verschlechtert. Betroffene sollten dann umgehend ihren Hausarzt oder eine Klinik aufsuchen. Dasselbe gilt bei zunehmender Kurzatmigkeit. Neben der täglichen Aufzeichnung des Körpergewichts in ein Tagebuch sollten auch der Puls und Blutdruck dokumentiert werden, da der Blutdruck aus dem Ruder laufen kann.

Bessere Kontrolle mit Herztagebuch

„Ein Herztagebuch hilft den Patienten, einem lebensbedrohlichen Verlauf der Krankheit vorzubeugen, indem es die Selbstkontrolle erleichtert und dem Arzt eine exakte regelmäßige Beobachtung des Krankheitszustands ermöglicht und damit ein rechtzeitiges Gegensteuern bei der Therapie“, betont Prof. Meinertz. Wenn Arzt und Patient gemeinsam den Verlauf der Herzschwäche verfolgen, lassen sich Krankenhausaufenthalte oft vermeiden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.10.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: Deutsche Herzstiftung
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