Lebensstil gegen Fortschritt

Herz-Kreislauf-Krankheiten können immer besser behandelt werden. Ein ungesünderer Lebensstil der Menschen stellt die Erfolge jedoch infrage.

Zigaretten, Alkohol, Schokolade © Thinkstock
(Dresden – 11.10.2013) Die Kardiologie – also die Herz-Medizin – hat in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Beispielsweise sterben immer weniger Menschen in Deutschland an einem Herzinfarkt. Dem steht jedoch ein anderer Trend gegenüber: „Eine große Herausforderung für die Herz- Medizin ist, dass der Trend zu einem ungesünderen Lebensstil den Fortschritten in der Früherkennung und Behandlung entgegenwirkt“, so Prof. Dr. Christian Hamm, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) das Problem.

Zunahmen bei Übergewicht und Diabetes

„Übergewicht und Diabetes nehmen erschreckend zu, der Anteil von Rauchern geht insgesamt kaum zurück. Das relativiert die Erfolge, die wir zum Beispiel medikamentös bei der Blutdrucksenkung oder den Blutfettwerten erreichen können“, sagt der Direktor der Medizinischen Klinik I, Universität Gießen und der Abteilung für Kardiologie an der Kerckhoff- Klinik in Bad Nauheim. „So wird deutlich, dass die Verbesserung von Therapien allein nicht ausreicht. Dieses Problem kann die Kardiologie allein nicht lösen. Wir brauchen auch verstärkt Präventions-Programme, die Koronarpatienten bei der Änderung ihres Lebensstils konsequent unterstützen. Dabei ist auch die Politik gefordert.“

Die Kampagne „25 bis 25“ der WHO und der World Heart Federation (WHF) sei hier eine willkommene Unterstützung, so Hamm. Sie verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2025 vorzeitige Tode durch Herz-Kreislauf-Krankheiten auf 25 Prozent zu verringern: Durch die konsequente medikamentöse Behandlung beeinflussbarer Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck und ungünstigen Blutfettwerten, und durch Maßnahmen gegen das Rauchen, gegen Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und gesundheitsschädigenden Alkoholkonsum.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.10.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.
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