Gefährliches Bauchfett

Wer einen Herzinfarkt überstanden hat, sollte unbedingt überschüssiges Bauchfett reduzieren. Denn ein großer Bauchumfang erhöht die Sterblichkeit.

zu große Hose © Thinkstock
(Amsterdam – 10.09.2013) Viel Bauchfett erhöht das langfristige Sterblichkeitsrisiko von Patienten nach einem überstandenen Herzinfarkt erheblich. Das zeigt eine neue französische Studie, die auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Amsterdam präsentiert wurde. Die Ergebnisse des französischen FAST-MI 2005 Registers legen nahe, dass sich Änderungen des Lebensstils bei Herzinfarkt-Patienten vor allem darauf konzentrieren sollten, das Bauchfett zu reduzieren.

„Zum Zeitpunkt des Herzinfarkts ist die unmittelbare Sterblichkeit bei übergewichtigen Patienten niedriger, ein in der Intensivmedizin bekanntes Phänomen, das als Adipositas-Paradoxon beschrieben wird“, so Studien-Koautorin Prof. Tabassome Simon. „Über die Langzeiteffekte von Übergewicht und insbesondere von Bauchfett auf die Herzinfarkt-Sterblichkeit war bisher allerdings wenig bekannt.“

Höchste Sterblichkeit bei Fettleibigen und großem Bauchumfang

Die aktuelle Studie analysierte die Daten von 3.670 Herzinfarkt-Patienten aus dem FAST-MI Register in Bezug auf Fünf-Jahres-Mortalität, Body-Mass-Index (BMI) und Bauchumfang. Die Sterblichkeit nach fünf Jahren war bei Patienten mit starker Fettleibigkeit (BMI über 35) und Patienten mit einem großen Bauchumfang von mehr als 100 Zentimetern bei Frauen beziehungsweise mehr als 115 Zentimetern bei Männern  am höchsten (plus 65 Prozent). Aber auch sehr leichte Patienten mit einem BMI von weniger als 22 hatten eine erhöhte Fünf-Jahres-Sterblichkeit (plus 41 Prozent). Bei Herzinfarkt-Überlebenden mit einem BMI zwischen 25 und 35 (Übergewicht bis leichte Adipositas) dagegen war sie am niedrigsten.

„Ausgeprägtes Bauchfett, deutliches Übergewicht, aber auch Untergewicht erhöhen das langfristige Sterblichkeitsrisiko nach einem Herzinfarkt“, kommentiert der Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Prof. Dr. Eckart Fleck die Studie. „Weder zu dünn noch zu dick zu sein ist günstig, aber besonders ungünstig ist ein großer Bauchumfang. Präventionsmaßnahmen für Herzinfarkt-Patienten sollten sich besonders auf die Reduktion des Bauchfetts und hochgradiger Adipositas konzentrieren, zusammen mit der Vermeidung anderer bekannter Risikofaktoren wie Rauchen oder mangelnder Bewegung.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.09.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.
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