Rauchverbote wirken

Mehrere Studien zeigen: Durch Rauchverbote im öffentlichen Raum sinkt die Zahl der Herzinfarkte deutlich – besonders die der gefährlichsten Form.

Rauchverbot © Thinkstock
(Amsterdam – 03.09.2013) Rauchverbote im öffentlichen Raum machen sich für die Herzgesundheit bezahlt. Das zeigt eine aktuelle Schweizer Studie, die beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Amsterdam präsentiert wurde. Die Ergebnisse bestätigen jene einer deutschen Studie, die zuletzt nachwies, dass Nichtraucherschutz-Gesetze die Häufigkeit von STEMI (ST-Hebungsinfarkten), der gefährlichsten Herzinfarkt-Form, reduzieren.

Signifikante Unterschiede vor und nach der Einführung

In der Schweizer Studie wurden die Häufigkeiten von Herzinfarkten (STEMI) im Kanton Tessin vor und nach der Einführung des Rauchverbots an öffentlichen Orten im April 2007 untersucht. Zudem verglichen die Forscher die Werte mit jenen aus dem Kanton Basel Stadt, wo es zu diesem Zeitpunkt kein Rauchverbot gab. Es zeigte sich: In den drei Jahren vor Einführung des Rauchverbots war die durchschnittliche Anzahl der jährlichen Krankenhausaufnahmen wegen STEMI im Kanton Tessin signifikant höher als in den drei Jahren nach Einführung des Verbots. Im Kanton Basel Stadt wurde in dieser Zeit kein vergleichbarer Effekt beobachtet.

Zu ähnlichen Ergebnissen war unter anderem auch eine deutsche Studie gekommen, die nach Einführung der Nichtrauchergesetze in Bremen zwischen 2008 und 2010 durchgeführt wurde. Die Daten ergaben bei Nicht- beziehungsweise Passivrauchern einen Rückgang von STEMIs um 26 Prozent, bei Rauchern um vier Prozent und in der Gesamtgruppe um 16 Prozent.

Nichtraucherschutz weiter konsequent verfolgen

„Eine immer größere Zahl von Studien zeigt, dass Nichtrauchen sehr positive Auswirkungen hat, besonders auch was die Vermeidung von Passivrauchen betrifft. Deshalb sollte aus kardiologischer Sicht der Weg der Rauchverbote und des Nichtraucherschutzes an öffentlich zugänglichen Orten konsequent weiter gegangen werden“, kommentiert der Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) Prof. Dr. Eckart Fleck.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.09.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
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