Heiße Gefahr fürs Herz

Hitze, Abkühlung, wieder Hitze: Starke Temperaturschwankungen erhöhen die Herzinfarktgefahr. Wie Menschen mit Bluthochdruck reagieren sollten.

Thermometer vor Sonne © Thinkstock
(Stuttgart – 07.08.2013) Der Sommer hat Deutschland fest im Griff. Nach Temperaturen über 35 Grad Celsius kommt da die vorhergesagte Abkühlung in der zweiten Wochenhälfte gerade recht. Doch schon am Wochenende sollen die Temperaturen wieder steigen. Das ist besonders für Menschen mit Bluthochdruck oder einer Herzerkrankung belastend und auch gefährlich. Denn: Starke Temperaturschwankungen erhöhen die Herzinfarktgefahr. Daher rät die Deutsche Hochdruckliga e.V. Betroffenen – insbesondere älteren Menschen – bei solchen Wetterlagen täglich ihren Blutdruck zu kontrollieren und bei stark abweichenden Werten Rücksprache mit ihrem Arzt zu halten.

Herzrhythmusstörungen bei plötzlicher Hitze

Steigen die Außentemperaturen von einem auf den nächsten Tag um mehr als fünf Grad, wächst die Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden, für Menschen mit Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen um rund 60 Prozent. Denn durch die plötzliche Hitze drohen Herzrhythmusstörungen. Ein Risiko besteht auch, wenn die Temperatur wieder stark abfällt oder der Luftdruck schwankt. Dann können sich die Herzkranzgefäße verkrampfen.

„Bluthochdruck-Patienten sollten besonders in diesen Situationen täglich ihren Blutdruck kontrollieren, ausreichend trinken und gegebenenfalls nach Absprache mit ihrem Arzt die Medikamente anpassen“, rät Universitätsprofessor Dr. med. Hans-Georg Predel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga.

Auch andauernde Hitze belastet

Doch auch dauerhaft hohe Temperaturen sind für Menschen mit Bluthochdruck belastend: Bei beständig hohen Temperaturen sinkt der Blutdruck, da sich die Blutgefäße erweitern. Nehmen Patienten blutdrucksenkende Medikamente, kann dieser Effekt noch verstärkt werden. Die Folge sind Schwindel, Schwächeanfälle und im schlimmsten Fall ein Kreislaufkollaps. „Sinkt bei länger anhaltenden Temperaturen über 25 Grad der systolische Blutdruckwert dauerhaft auf 110 mmHg oder sogar darunter, sollten Betroffene ihren Arzt aufsuchen“, empfiehlt Predel. Hier sei es eventuell notwendig, vorübergehend die Dosis zu reduzieren. Allerdings sollten Betroffene den Blutdruck weiterhin kontrollieren, um bei einem Anstieg rechtzeitig gegenregulieren zu können. Stellt sich die Hitze nur für wenige Tage ein, sei eine Anpassung der Medikamente meist nicht notwendig.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.08.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: Deutsche Hochdruckliga e.V.
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung