Kalzium als Nahrungszusatz

Zu viel Kalzium scheint bei Männern das Streberisiko durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erhöhen – zumindest als Nahrungsergänzungsmittel.

Kalziumtabletten © Thinkstock
(Chicago – 05.02.2013) Mehr ist manchmal zu viel: Kalzium erhöht als Nahrungszusatz bei Männern das Risiko einer Herzerkrankung. Vor allem ältere Menschen nutzen Kalzium als Nahrungsergänzungsmittel, um ihre Knochen zu stärken. Sinnvoller dürfte der Studie zufolge kalziumhaltige Nahrung sein, die offenbar keine Herzprobleme nach sich zieht. Frauen sind von dem Phänomen nicht betroffen, wie US-Forscher im Fachjournal „Jama Internal Medicine“ berichten.

Kalzium ist ein wichtiger Nährstoff, um vor allem im Alter Osteoporose zu verhindern und zu behandeln. In den USA nehmen jeder zweite Mann und zwei von drei Frauen im fortgeschrittenen Alter deshalb regelmäßig Kalzium als Nahrungsergänzungsmittel zu sich. Auch in Deutschland sind Tabletten mit Kalzium weitverbreitet. Wie sich Kalzium auf andere Bereiche als das Skelett auswirkt, ist bislang wenig erforscht, die Unbedenklichkeit zunehmend umstritten.

Studie mit knapp 390.000 Teilnehmern zwischen 50 und 71 Jahren

Die Forscher um Qian Xiao vom Nationalen Krebs-Institut der USA in Bethesda werteten die Daten aus einer US-Gesundheitsstudie mit 388.229 Teilnehmern zwischen 50 und 71 Jahren aus. „Wir fanden, dass die Kalziumaufnahme als Nahrungsergänzung, aber nicht über die normale Ernährung bei Männern mit einer erhöhten Sterblichkeit infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängt“, schreiben die Autoren. Für Frauen gebe es diese Verbindung nicht.

Ein Gramm Kalzium täglich erhöht das Sterberisiko bei Männern um 20 Prozent

Im Detail stellten die Forscher fest, dass in den zwölf Jahren, in denen die Teilnehmer im Rahmen der Studie begleitet wurden, 7.904 Männer und 3.874 Frauen infolge einer Herzerkrankung starben. Die Einnahme von mindestens einem Gramm Kalzium pro Tag als Nahrungsergänzung erhöhte bei Männern das Sterberisiko durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung um 20 Prozent. Vor allem das Risiko eines Herzleidens mit tödlichem Ausgang trug mit 19 Prozent dazu bei. Zerebrovaskuläre Erkrankungen wie ein Hirnschlag wurden durch zusätzliche Kalziumaufnahme nicht signifikant beeinflusst. Für Frauen fanden die Forscher keine eindeutigen Zusammenhänge. Weder für Männer noch für Frauen ergab die Studie einen Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der natürlichen Menge Kalzium in den konsumierten Lebensmitteln.

„Ob es einen geschlechtsabhängigen Unterschied im Effekt von Kalzium auf das Herz-Kreislauf-System gibt, müssen weitere Untersuchungen bestätigen“, erklären die Forscher. In jedem Fall sei es aufgrund des verbreiteten Konsums von Kalzium als Nahrungsergänzung wichtig, den Effekt von Kalzium abseits der Knochengesundheit aufzuklären.

Lieber zu kalziumreichen Lebensmitteln greifen

In einem begleitenden Kommentar rät Susanna Larsson vom Karolinska Institutet in Stockholm dazu, zu einer sicheren Alternative zu Kalziumpräparaten zu greifen, bis die Gesundheitsfragen geklärt sind: Lebensmittel, die von Natur aus reich an Kalzium sind. Konkret empfiehlt die Wissenschaftlerin neben fettarmen Milchprodukten vor allem Bohnen und Blattgemüse beziehungsweise -salate. Gerade die pflanzlichen Quellen hätten auch zusätzlichen Nutzen für die Gesundheit. Beispielsweise ermöglichten sie eine bessere Zuckerkontrolle bei Diabetikern.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.02.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: dapd
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung