Gestörte Durchblutung

Durchblutungsstörungen sind mehr als nur kalte Hände: Kann Blut durch Ablagerungen in Gefäßen nicht fließen, hat das schmerzhafte Folgen.

Gefäßablagerungen © Thinkstock
(Köln/München – 11.12.2012) Bei „Durchblutungsstörungen“ denken viele Menschen an blasse Haut, kalte Hände oder auch eingeschlafene Füße. Dabei deuten diese Anzeichen nur selten auf echte Schwierigkeiten bei der Durchblutung hin. „Zunächst einmal zeigt sich so lediglich, dass das Herz bei großer Kälte oder auch Bewegungsarmut das Blut vorrangig zu den wichtigen inneren Organen pumpt und nicht in die ,Randgebiete‘“, sagt Andreas Waltering, stellvertretender Leiter des Ressorts Gesundheitsinformationen am Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.  

Nur wenn sich die Hände häufiger auch bei Raumtemperatur nicht erwärmen, die Haut selbst bei molliger Wärme nicht rosiger wird, eingeschlafene Füße trotz Bewegung oder Massage nur langsam und mühsam aufwachen oder kleine Verletzungen schlecht abheilen, ist ein Arztbesuch angebracht, „um per Ultraschall zu klären, ob das Blut ungehindert durch die Adern fließen kann“, so Waltering.

Gefäßablagerungen behindern den Blutfluss und verursachen Schmerzen

Meist betreffen Durchblutungsstörungen die Beine. „Manchmal schaffen es die Venen zum Beispiel wegen verstopfter oder insuffizienter (das heißt nicht ausreichend arbeitender) Venenklappen nur schwer, das Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen zu pressen, sodass es sich in den Beinen staut. Häufiger aber bilden sich in den vom Herzen weg führenden Arterien Ablagerungen, die den Blutfluss behindern.“

Die Periphere Arterielle Verschlusskrankheit: Wadenschmerzen durch Gehen

Letzteres kann unbehandelt zu der im Volksmund „Schaufensterkrankheit“ genannten „Peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit“ führen. Den Betroffenen schmerzen dann nach nicht allzu langem Gehen die Wadenmuskeln: Sie können wegen verengter Gefäße nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Der Schmerz lässt erst dann nach, wenn die Beine weniger beansprucht werden -zum Beispiel wenn man vor einem Schaufenster haltmacht.

Angina pectoris: Sauerstoffmangel führt zu Schmerzen in der Herzgegend

Was die „Schaufensterkrankheit“ für die Beine ist, ist die „Angina Pectoris“ für den Bereich des Herzens. „In beiden Fällen braucht die verstärkt arbeitende Muskulatur mehr Sauerstoff, als ihr die verengten Blutgefäße liefern können. Das verursacht starke Schmerzen, die erst nachlassen, wenn sich die Muskeln erholen können“, erläutert Heribert Schunkert, Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen München und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.  

Im Bereich der Halsschlagader, der dritten wichtigen Zone, die anfällig für Durchblutungsstörungen ist, sind die Warnsignale am schwersten und auch am spätesten zu erkennen. „Störungen und Ablagerungen können hier im fortgeschrittenen Stadium kurzfristige Seh- und Wortfindungsstörungen, aber auch Lähmungs- und Taubheitserscheinungen nach sich ziehen, ebenso wie Übelkeit oder starken Schwindel“, sagt der Kardiologe. Wer so etwas bemerkt, sollte sich sofort zum Arzt begeben.

Stent, Bypass und Medikamente halten Gefäße durchlässig

Der Arzt kann mit Ultraschall, Röntgen oder Belastungs-EKG schnell und einfach feststellen, ob und warum Gefäße nicht ausreichend durchblutet werden. Sind Gefäße verstopft, kann er per Operation eine Gefäßstütze („Stent“) setzen oder die verstopfte Stelle überbrücken („Bypass“). Gleichzeitig wirken entsprechende Medikamente der Bildung weiterer Ablagerungen entgegen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.12.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cd
  • Quellen: dapd
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung