Herz bei Infekt schonen

Ein Infekt sollte vollständig auskuriert werden. Denn zu frühe körperliche Belastungen können eine Herzmuskelentzündung auslösen und das Herz dauerhaft schwächen.

Herz mit Stethoskop © Thinkstock
(Homburg – 13.11.2012) Sport treiben ist gesund, aber nur dann, wenn man auch wirklich kerngesund ist und keinen Infekt mit sich herumschleppt. „Wer eine Grippe oder eine andere Infektion mit Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit hat, gehört ins Bett und soll sich in Ruhe auskurieren“, sagt der Kardiologe Prof. Michael Böhm von der Klinik für Innere Medizin an der Uniklinik Homburg/Saar. Und das gilt nicht nur für einen Infekt mit hohem Fieber.

Auch leichte Infekte können für das Herz gefährlich sein

Gerade ältere Patienten bekommen oft kein oder nur leichtes Fieber. Aber auch diese vermeintlich harmlosen Infekte können den Herzmuskel angreifen und zu einer Herzmuskelentzündung, einer sogenannten Myokarditis, führen. Die häufigsten Ursachen einer solchen Entzündung sind Infektionen durch Viren – wie bei einer Grippe oder einer Magen-Darm-Infektion.

Wer geschwächt Sport treibt, riskiert sein Leben

„Viele Patienten bemerken die Herzmuskelentzündung nicht und riskieren ihr Leben, wenn sie krank oder noch geschwächt Sport treiben“, erklärt Böhm. Im schlimmsten Fall drohe der plötzliche Herztod, aber auch eine massive Herzschwäche könne die Folge sein. „Körperliche Belastungen müssen so lange warten, bis alle Begleitsymptome wie beispielsweise Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und Fieber abgeklungen sind und man sich wieder richtig wohlfühlt“, sagt der Kardiologe.

Eine Herzmuskelentzündung kann verschiedene Symptome haben

Besondere Vorsicht ist bei einer Herzmuskelentzündung geboten, weil es nicht das eine Symptom für die Erkrankung gibt. Abgeschlagenheit und allgemeine Schwäche, Herzrhythmusstörungen, Luftnot oder Schmerzen in der Brust können auf eine Entzündung hinweisen. „Treten diese Symptome im zeitlichen Zusammenhang mit einer viralen Infektion auf, besteht der Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung“, erklärt Böhm.

Myokarditis: drei Monate Schonzeit für das Herz

Bisher können nur die Symptome der Herzmuskelentzündung behandelt werden, jedoch nicht die Ursachen: „Es werden entzündungshemmende Medikamente gegen einen eventuell begleitenden Herzbeutelerguss und zur Linderung von Brustschmerzen eingesetzt“, so der Experte. Außerdem könnten ACE-Hemmer und Betablocker gegen eine eventuell bestehende Herzschwäche verschrieben werden.

Neben der medikamentösen Behandlung ist es für Patienten mit einer Myokarditis wichtig, sich drei Monate konsequent zu schonen: „Viel Ruhe, keine körperliche Belastung, keinerlei Sport oder Ausdauertraining“, sagt Böhm. „Nehmen Sie den Fahrstuhl statt der Treppe und verzichten Sie auf schwere körperliche Arbeit.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.11.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cd
  • Quellen: dapd
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