Risiken sicherer vorhersagen

Eine Studie zeigt: Kalziumablagerungen in Herzkranzgefäßen sind der zuverlässigste Indikator für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das Herz-Kreislaufsystem des Menschen © Thinkstock
(Chicago – 22.08.2012) Das sogenannte Calcium-Screening ist die genauste Methode, um das individuelle Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bestimmen. Das haben US-amerikanische Forscher herausgefunden, als sie die gängigsten Tests miteinander verglichen. In ihrer Studie mit rund 1.300 Patienten prüften die Mediziner, ob die Prognose der einzelnen Risikotests innerhalb der darauf folgenden acht Jahre eintraf. Das Ergebnis: Kalziumablagerungen in Herzkranzgefäßen sind der zuverlässigste Indikator für spätere Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Das berichten Studienleiter Joseph Yeboah von der Wake Forest University School of Medicine in Winston-Salem und seine Kollegen im Fachmagazin „Journal of the American Medical Association“.

Optimale Behandlung für das individuelle Risiko

Laut den aktuellen Trends für die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten Menschen genau auf ihr individuelles Risiko abgestimmt behandelt werden, schreiben die Wissenschaftler. Dafür werden Patienten mit Hilfe von Tests in drei verschiedene Risikogruppen unterteilt: hohes, mittleres und niedriges Risiko. Nur bei einem hohen Risiko wird eine regelmäßige, starke Medikation, etwa mit blutdrucksenkenden Mitteln, empfohlen, um schweren Erkrankungen wie Herzinfarkten vorzubeugen.

Ärzte kritisierten jedoch, dass die aktuellen Standardmodelle nicht immer mit der Realität übereinstimmen. In die mittlere Risikogruppe gelangen häufig Patienten mit einem hohen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die von einer intensiveren Therapie profitieren könnten. Auch Menschen mit sehr geringem Risiko werden in die mittlere Risikogruppe eingeordnet, obwohl sie unter Umständen nur ihren Lebensstil verändern müssten. Die Forscher betonen deshalb, dass es wichtig sei, jene Faktoren zu identifizieren, die zu einer besseren Klassifizierung der Risikogruppen führen.

Testmethoden verglichen

Um das Risiko für Herzinfarkt, Diabetes oder Arteriosklerose einstufen zu können, werden verschiedene Testmethoden angewendet. Dazu gehört zum Beispiel das Coronary Artery Calcium-Screening, bei dem die Kalziumablagerungen an den Wänden der Herzkranzgefäße gemessen werden. Andere wichtige Risikoindikatoren sind die Familienhistorie in Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die Dicke der inneren Arterienwand oder der Knöchel-Arm-Index, bei dem der Blutdruck am Oberarm und Unterschenkel gemessen wird.

Anhand von Daten einer Studie mit 6.800 Patienten US-amerikanischer Krankenhäuser untersuchten die Wissenschaftler die Aussagekraft der einzelnen Standardtests. Dabei nahmen sie 1.330 Personen in den Fokus, die auf alle Risikofaktoren getestet und anhand des durchschnittlichen Ergebnisses der mittleren Risikogruppe für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugeteilt worden waren. Nach einem Zeitraum von acht Jahren überprüften die Forscher, ob die Prognose tatsächlich eintraf.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.08.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cd
  • Quellen: dapd
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