Herz schützen bei Hitze

Hohe Temperaturen können den Kreislauf stark belasten – vor allem bei Herzpatienten. Durch ein paar einfache Tricks können Herzkranke die heißen Tage gut überstehen.

Die Sonne scheint. © Thinkstock
(München – 01.08.2012) Sommerliche Hitze mit Temperaturen über 30 Grad Celsius kann zur Herausforderung werden – besonders für Menschen mit Herz- oder Blutdruckproblemen. Mögliche Folgen der hohen Temperaturen: Müdigkeit und Schwindel bis hin zum Kreislaufkollaps, Herzrhythmusstörungen oder auch Muskelkrämpfe. „Diesen Komplikationen kann man vorbeugen, wenn man ein paar einfache, aber wichtige Tipps befolgt“, versichert der Kardiologe Prof. Dr. Markus Haass, Chefarzt am Theresienkrankenhaus Mannheim und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung.

Vorsicht bei Medikamenten

Herzpatienten müssen in den meisten Fällen Medikamente einnehmen. Bei manchen Arzneimitteln für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann wegen extremer Hitze eine Änderung der Dosierung notwendig sein – zum Beispiel bei den blutdrucksenkenden Medikamenten für Bluthochdruckpatienten (ACE-Hemmer, Sartane, Calciumantagonisten) und den Entwässerungsmitteln (Diuretika) für Patienten mit einer Herzschwäche. „Herzpatienten sollten deshalb von ihrem behandelnden Arzt in regelmäßigen Abständen die Dosierung der verabreichten Medikamente überprüfen lassen und besprechen, welche Medikamente wie lange bei Hitze reduziert werden können“, empfiehlt Prof. Haass.

Ausgleich von Flüssigkeitsverlust: Trinkmenge kontrollieren

Besonders wichtig bei Hitze ist ausreichendes Trinken, damit der Verlust von Kochsalz und der Elektrolyte Kalium und Magnesium ausgeglichen wird. Durch Schwitzen können schnell mehrere Liter Flüssigkeit und mit ihr Kochsalz und Elektrolyte verloren gehen. Diese müssen dem Körper wieder zugeführt werden: Die Trinkmenge sollte bei Herzkranken 1,5 Liter pro Tag nicht übersteigen –Suppen und Kaffee eingerechnet.

Wichtig: Patienten mit Herzschwäche dürfen zwar aufgrund ihrer Erkrankung normalerweise nicht so viel trinken – jedoch sollten auch sie an heißen Tagen ihre Trinkmenge etwas steigern. Wer sich als Herzschwächepatient unklar über die richtige Trinkmenge ist, sollte darüber am besten mit dem behandelnden Arzt sprechen.

Eine Möglichkeit der Kontrolle ist das Wiegen am Abend: Ist das Körpergewicht trotz Flüssigkeitszufuhr gleich geblieben, dann stimmt die Trinkmenge. Bei einer Gewichtszunahme ist die Trinkmenge zu hoch. Wer aber trotz Flüssigkeitszufuhr abgenommen hat, sollte – nur in Abstimmung mit dem Arzt – die Dosierung der Entwässerungsmittel herabsetzen.

Auf die richtigen Getränke kommt es an

Um den Kochsalz- und Elektrolytehaushalt auszugleichen, sind Getränke wie Mineralwasser, Fruchtsäfte oder Saftschorlen geeignet. Abzuraten ist von alkoholischen Getränken wie Bier: Es löscht zwar kurzfristig den Durst, aber langfristig wird damit dem Körperkreislauf Flüssigkeit entzogen, was für den Organismus eine unnötige Belastung darstellt. Zudem sollten die Getränke nicht zu kalt sein, da so die körpereigene Wärmeproduktion angeregt werden kann.

Auch die Essgewohnheiten sollte man der Sommerhitze anpassen. Die Devise lautet dabei: lieber viele kleine als wenige üppige Mahlzeiten einnehmen. Besonders verträglich ist die Mittelmeerküche mit frischem Obst und Gemüse.

Bewegung und Sport auf den kühleren Morgen oder Abend verlegen

Herzpatienten sollten zwar Extremsituationen wie Hitze vermeiden, da sie das Herz-Kreislauf-System massiv schwächen können – Bewegung ist jedoch auch im Sommer wichtig. Sportliche Aktivitäten sollten Betroffene an heißen Tagen auf die kühleren frühen Morgenstunden oder auf den späten Abend verschieben.

Zu empfehlen sind Spaziergänge im kühleren Wald oder eine kleine Fahrradtour, da der Fahrtwind erfrischt. Selbstverständlich sollten Herzpatienten nicht mit Höchstleistungen beginnen, sondern dem Körper Zeit zum Eingewöhnen lassen. Bei erhöhten Ozonkonzentrationen in einer Sommersmoglage sollten Herzpatienten große Anstrengungen vermeiden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 01.08.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cd
  • Quellen: Deutsche Herzstiftung e.V.
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