Sport gegen Herzschwäche

Früher durften Menschen mit Herzschwäche keinen Sport treiben. Heute steht fest: Im Gegenteil – das richtige Training macht das schwache Herz stark.

Wanderschuhe © Thinkstock
(Leipzig – 17.04.2011) „Schonen Sie sich und meiden Sie Sport” lautete lange Zeit die Empfehlung für Menschen mit einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Je fortgeschrittener die Herzschwäche war, umso mehr Ruhepausen sollten Betroffene über den Tag einlegen und in Extremfällen lautete die Empfehlung sogar, sich nur noch zwischen Bett und Stuhl zu bewegen.

Dank der medizinischen Forschung weiß man heute allerdings, dass Schonung bei Herzschwäche ein Irrweg war. Studien zu körperlichem Training zeigen, dass Sport bei Herzschwäche die Leistungsfähigkeit je nach Trainingsumfang um 10 bis 25 Prozent verbessern kann. Außerdem lässt sich die Sterblichkeit um über 30 Prozent verringern und Krankenhausaufenthalte aufgrund der Herzschwäche um 28 Prozent senken.

Vor der Beginn Belastungstest durchführen

Wer bei Herzschwäche mit Sport beginnen möchte muss ein paar wichtige Punkte beachten. Als erstes sollte man sich einen Termin in der kardiologischen Sprechstunde geben lassen. Dort sollte überprüft werden, ob die aktuelle medikamentöse Behandlung tatsächlich optimal auf die jeweilige Herzschwäche abgestimmt ist. Außerdem ist ein Belastungstest erforderlich (Ergometrie oder Spiroergometrie), um die momentane Belastbarkeit zu überprüfen und den maximalen Puls unter körperlicher Anstrengung zu bestimmen (maximale Herzfrequenz). Das ist später für die Wahl der Trainingsintensität entscheidend.

Wichtig ist, dass man mit den Werten des Belastungstests nicht einfach ins nächstbeste Fitnesszentrum geht und mit dem Sport loslegt. „Bei einer chronischen Herzschwäche empfiehlt es sich, die ersten Einheiten stationär unter ärztlicher Aufsicht durchzuführen”, betont Privatdozent Dr. med. Stephan Gielen, Oberarzt an der Klinik für Kardiologie des Herzzentrums Leipzig in der Zeitschrift der Deutschen Herzstiftung HERZ HEUTE. Für das weitere Training bieten sich dann Herzsportgruppen an, die hierzulande weit verbreitet sind und in vielen Fällen ein maßgeschneidertes Übungsprogramm unter Anwesenheit eines Arztes ermöglichen.

Sinnvolle und weniger sinnvolle Sportarten

Bei Herzschwäche ist vor allem Sport zu empfehlen, bei dem kein großer Kraftaufwand erforderlich ist. Ideal sind je nach Intensität etwa Spazierengehen, längeres Wandern, Nordic-Walking, Radfahren und bei gut trainierten Patienten auch Skilanglauf.

Eher meiden sollte man bei einer Herzschwäche dagegen Sport, der Muskelkraft erfordert, wie es etwa bei Liegestützen oder beim Training mit schweren Hanteln häufig der Fall ist. Denn bei einem solchen Training erfolgt oft Pressatmung. Sie lässt den Druck im Brustkorb ansteigen und kann dadurch zu einer akuten Verschlechterung der Pumpleistung des Herzens führen. Das Training sollte allerdings unbedingt abgebrochen werden, wenn es dabei zu Symptomen wie Herzrhythmusstörungen, Schwindel oder starker Atemnot kommt. In solchen Fällen muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden (sofern beim Sport nicht sowieso anwesend ist).

Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung