Gefährliche Aussetzer

Wer im Schlaf unter Atemaussetzern leidet, hat womöglich ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall. Das zeigen neue Studien.

Schlafende Frau © Thinkstock
(München – 06.02.2012) Wiederholte Atemaussetzer im Schlaf können das Risiko für einen Schlaganfall und Hirnschädigungen erhöhen. Darauf deutet eine Studie deutscher Forscher hin. Sie stellten fest, dass 91 Prozent der von ihnen untersuchten Schlaganfall-Patienten auch unter einer sogenannten Schlafapnoe litten.

„Die überraschend große Häufigkeit von Schlafapnoe bei Patienten mit Schlaganfällen unterstreicht die klinische Bedeutung dieser Störung als Risikofaktor“, sagt Studienleiterin Jessica Kepplinger von der Technischen Universität Dresden. Blieb den Patienten häufiger als fünfmal pro Nacht die Luft weg, fanden sich in ihrem Gehirn auch Spuren sogenannter stiller Hirninfarkte – kleineren, unbemerkt verlaufenden Schlaganfällen.

Bei der Schlafapnoe kommt es im Laufe der Nacht zu wiederholten Atemstillständen. Häufig sind Menschen betroffen, die im Schlaf schnarchen. Die Muskulatur um die oberen Atemwege erschlafft so stark, dass zwischenzeitlich keine Luft mehr hindurchströmen kann. Dadurch kommt es zu einer kurzzeitigen Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Bereits seit Längerem ist bekannt, dass solche Störungen Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervorrufen können.

Schlafapnoe bleibt oft unerkannt

„Die Schlafapnoe bleibt häufig unerkannt“, erklärt Kepplinger. Eine frühe Therapie sei aber wichtig, um das Risiko für die Folgen der Schlafapnoe bei diesen Patienten zu senken.

Behandelt wird eine Schlafapnoe häufig mit einer Atemmaske. Diese Maske tragen Patienten nachts über Mund und Nase und werden darüber stetig mit einem leichten Luftstrom versorgt. Der Luftstrom erzeugt einen leichten Überdruck in den Atemwegen. Das verhindert, dass sie erschlaffen und die Atmung blockiert wird.

Schlaganfall-Patienten im Schlaflabor untersucht

Für ihre Studie hatten die Forscher Schlaganfall-Patienten sowie Patienten mit Verdacht auf stille Infarkte untersucht. Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 67 Jahren. Das Geschlechterverhältnis war ausgeglichen.

Bei allen Patienten analysierten Neurologen den Zustand des Gehirns mittels Computertomographie und Magnetresonanztomographie. Außerdem testeten die Forscher im Schlaflabor, ob diese Patienten unter einer Schlafapnoe litten. Bei 51 von den 56 Schlaganfall-Patienten fanden die Wissenschaftler tatsächlich wiederholte Atemaussetzer im Schlaf.
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