Bluthochdruck behandeln

Medikamente sind nicht das Allheilmittel bei zu hohem Blutdruck. In vielen Fällen ist es wichtig, Lebensstil und Ernährung zu ändern.

(München – 13.12.2011) Wenn bei Ihnen ein erhöhter Blutdruck diagnostiziert wurde, sollten Sie so schnell wie möglich gehandelt werden. Denn obwohl Bluthochdruck zunächst keine Beschwerden verursacht, können die Folgen drastisch sein. Die Erkrankung wird deshalb auch als „stiller Killer“ bezeichnet. „Bluthochdruck schädigt die Gefäße, kann zu Schlaganfall, Herzinfarkt und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen“, sagt Professor Martin Middeke, Leiter des Hypertoniezentrums München.

Bei Patienten, die durch den Bluthochdruck organische Schäden davongetragen haben oder womöglich bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten, ist meist eine medikamentöse Behandlung nötig. Bei Menschen, die nicht unter solchen Folgen leiden, ist die Gabe von Arzneimitteln nicht immer zwingend erforderlich.

Hauptursache Übergewicht

Im Gespräch mit dem Arzt sollte individuell erörtert werden, welche Veränderungen hinsichtlich des Lebensstils und der Ernährung sinnvoll sind. Wo liegen Risikofaktoren? Was sind mögliche Auslöser für die erhöhten Blutdruckwerte? „In den meisten Fällen müssten die Betroffenen abnehmen“, sagt Gabi Hoffbauer, Fachärztin für Innere Medizin. „Bei der Mehrheit der Bluthochdruckfälle handelt es sich um eine klassische Wohlstandskrankheit, denn der Blutdruck steigt mit dem Körpergewicht.“

Das Abnehmen sollte langsam und nachhaltig passieren: „Crash-Diäten führen schnell zu einem Jo-Jo-Effekt, sodass es langfristig eher zu einer dauerhaften Gewichtszunahme [..] kommt", warnt Martin Middeke. Der Experte empfiehlt, sich realistische Ziele zu setzen und beispielsweise zu versuchen, ein Kilo pro Monat zu verlieren.

Für die stetige Gewichtsreduktion sorgt im Idealfall eine ausgewogene Ernährung, sagt der Experte: „Wir empfehlen unseren Patienten die mediterrane Küche: viel Obst und Gemüse, weniger Fleisch und mehr Fisch, weniger tierische Fette und stattdessen mehr pflanzliche Öle.“ Zusätzlich helfe es, weniger und nicht jeden Tag Alkohol zu trinken, rät Fachärztin Hoffbauer. Eine der wichtigsten Begleitmaßnahmen bei der Behandlung von Bluthochdruck ist darüber hinaus der konsequente Verzicht auf Nikotin.

Ausdauersport ist ideal

Neben gesunder Ernährung ist regelmäßige körperliche Betätigung ein wichtiger Bestandteil, um den Blutdruck zu senken. „Je mehr man sich bewegt, umso ausgeprägter ist der Blutdruck senkende Effekt“, erklärt Prof. Middeke. Ob Fahrrad fahren, Nordic Walking oder Schwimmen: Erlaubt ist, was Spaß macht und sportlich fordert. Optimal sind jeweils 30 Minuten moderate Aktivität an fünf Tagen pro Woche: „Wer es gerne etwas intensiver und zeitlich komprimierter möchte, kann alternativ mindestens dreimal 20 Minuten forcierte Aktivität durchführen“, rät der Experte. Bluthochdruckpatienten ohne sportliche Erfahrung sollten vor Beginn zur Sicherheit ein Belastungs-EKG beim Arzt durchführen lassen.

Auch wenn es viele Möglichkeiten gibt, hohe Blutdruckwerte ohne medikamentöse Behandlung in den Griff zu bekommen, so sollten Betroffene nie auf eigene Faust auf verschriebene die Arzneimittel verzichten. Welche Strategie bei der Behandlung verfolgt wird, sollte immer mit einem Arzt besprochen werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.12.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: dapd
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