Keine kalten Füße bekommen

Klamme Zehen, kalte Hände – im Herbst und Winter leiden darunter besonders viele Menschen. Verschiedene Tipps und Tricks helfen dagegen.

kalte_fuesse © Thinkstock
(München – 30.11.2011) Die Finger sind kalt und klamm, die Füße kaum noch zu spüren. Im Herbst und Winter leiden besonders viele Menschen unter kalten Gliedern. Frauen seien häufiger betroffen, sagt Monika Baumann, Ärztin für physikalische und rehabilitative Medizin aus München. Die Expertin erklärt, warum das so ist: „Frauen haben eine dünnere Haut als Männer und geben dadurch schneller Körperwärme ab.“ Zudem haben sie in der Regel weniger Muskelmasse. Muskeln erzeugen jedoch Wärme – sogar im Ruhezustand. Besonders häufig betroffen sind Raucherinnen, denn Nikotin verengt die Gefäße und verschlechtert die Durchblutung.

Bewegung heizt ein

Bei kalten Außentemperaturen ist der Organismus in erster Linie damit beschäftigt, die Temperatur in der Mitte des Körpers aufrechtzuerhalten – dort wo sich die lebenswichtigen Organe befinden. Hände und Füße spielen bei der Regulierung der Temperatur dann eine untergeordnete Rolle. Sie werden weniger stark durchblutet und kühlen aus.

Damit der ganze Körper von Kopf bis Fuß warm bleibt, muss die Durchblutung angeregt werden: „Das geht besonders gut mit regelmäßiger Bewegung", sagt Monika Baumann. Ob leichtes Joggen, Nordic Walking oder ein flotter Spaziergang: Erlaubt ist, was das Herz-Kreislaufsystem fordert. Wer für eine gute Durchblutung sorgt, dem wird auch warm. Und bei regelmäßiger Bewegung spürt man die Wirkung auch zwischen Sporteinheiten.

Kleine Tricks halten warm

Im Alltag helfen kleine Tricks, die betroffenen Glieder besser zu durchbluten: Einfach die Hände unter warmes Wasser halten. Oder mit den Fingern schnipsen, die Handinnenflächen aneinander reiben oder klatschen. Kleine Bewegungsübungen, dehnen, strecken oder mit den Füßen auf den Boden trampeln – das alles kurbelt die innere Heizung ebenfalls an. Für Übungen im Haus zieht man die Schuhe am besten aus, rät Baumann: „Wenn die Füße sich frei bewegen können, wirkt die Bewegung viel effektiver.“

Warmes Wasser und Wolle

Wer am Abend mit eiskalten Füßen nach Hause kommt, kann sich beispielsweise ein warmes Fußbad gönnen. Badezusätze, die ätherische Öle aus Thymian, Fichtennadel oder Eukalyptus enthalten, regen die Durchblutung an. Monika Baumann empfiehlt, mit 35 Grad warmem Wasser zu beginnen und dann in kurzen Abständen heißes Wasser aufzufüllen, bis 40 Grad erreicht sind. Nach dem Fußbad solle man dicke Wollsocken anziehen, damit die Wärme nicht gleich wieder verloren geht.

Wärme von innen

Wer häufig Frostfinger und Eisfüße hat, sollte seine tägliche Trinkmenge überprüfen: „Bei Flüssigkeitsmangel wird das Blut dickflüssig und zirkuliert langsamer im Körper", erklärt Monika Baumann. Die Durchblutung wird schlechter und die Glieder kühlen aus. Heißgetränke wie Tee, Kakao oder Kaffee machen von innen warm. Monika Baumanns persönlicher Tipp ist heißes Ingwerwasser oder Tee mit scharfen Gewürzen, wie Pfeffer, Chili, Zimt oder Kardamom. „Diese Getränke kurbeln die Durchblutung ordentlich an, das spürt man bis in die Fingerspitzen.“

Vorsicht übrigens bei Weihnachtsmarktverlockungen wie Glühwein oder Punsch: „Der Effekt der Erwärmung hält nur kurz, im Nachhinein entzieht Alkohol dem Körper sogar noch Wärme“, warnt Baumann.
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