Den Venen Gutes tun

In der kalten Jahreszeit belasten Venenleiden Betroffene oft besonders. Ein paar wertvolle Tipps helfen, die Beschwerden zu lindern.

(Hilden – 21.11.2011)Patienten mit einer Venenerkrankung leiden in der kalten Jahreszeit oft besonders. 59 Prozent aller Deutschen haben leichte Venenerkrankungen wie beispielsweise Besenreiser. „Zirka 23 Prozent haben behandlungsbedürftige Leiden wie Krampfadern oder eine durch Entzündung der Krampfadern entstandene Thrombose“, erklärt Elisabeth Langer, Oberärztin der Capio-Klinik in Hilden und Sprecherin der Deutschen Venen-Liga. Zwar gehen die Beschwerden in der Regel auf eine angeborene Schwäche des Bindegewebes zurück. Dennoch können die Leiden durch venenfreundliches Verhalten gelindert werden.
Da Heizungsluft und enge, geschlossene Schuhe einen Blutstau in den Venen begünstigen, ist in der kalten Jahreszeit vor allem Bewegung wichtig: „Laufen aktiviert die Waden-Muskel-Pumpe und unterstützt den Rücktransport des Blutes durch die Venen. 15 Minuten strammes Laufen täglich sind eine Wohltat für die Venen“, sagt die Ärztin.

Bequeme Schuhe sind dabei wichtig. „Schuhe und Strümpfe dürfen nicht einengen, denn Abschnürungen im Bereich der Waden, Knöchel und Füße führen zu einem Blutrückstau“, erklärt Langer. Auch die Zehen brauchen ausreichend Spielraum. „Kaufen Sie Ihre Schuhe, wenn möglich, in den Abendstunden“, rät die Venenexpertin. Fuß und Unterschenkel können im Laufe des Tages leicht anschwellen. Für besondere Belastungssituationen wie längere Autofahrten empfiehlt sie, nicht nur die jahreszeitüblichen Winterstiefel, sondern auch ein leichtes Ersatzpaar für die Fahrt mitzunehmen. „Ob für bestimmte Situationen Kompressionsstrümpfe sinnvoll sind, sollte mit einem Arzt besprochen werden“, sagt Elisabeth Langer.

Die Position wechseln

Wer tagsüber viel sitzt oder steht, sollte simple, aber effektvolle Übungen in den Alltag einbauen, rät die Venenexpertin: „Bei langem Stehen so oft wie möglich abwechselnd in den Zehen- und den Fersenstand gehen.“ Wenn sich bei langem Sitzen keine Möglichkeit bietet, die Füße zwischendurch hochzulegen, sollte man versuchen zumindest für etwas Bewegung zu sorgen. Mit den Füßen abwechselnd nach links oder rechts zu kreisen ist dabei ein gutes Mittel.

Die goldene Regel bei Venenleiden: Lieber Liegen und Laufen statt Sitzen und Stehen. Denn beim Sitzen und Stehen müssen die Venen das Blut entgegen der Schwerkraft in Richtung Herz transportieren und damit Schwerstarbeit leisten. „Um Ihre Beine dabei zu entlasten, sollten Sie sie beim Sitzen nicht übereinander schlagen oder ihnen durch enge Hosen oder Gürtel das Blut abschnüren“, rät Elisabeth Langer.

Bindegewebe stärken

Wechselduschen von den Füßen bis zum Oberschenkel stärken darüber hinaus das Bindegewebe und die Durchblutung. Durch kalte Duschen ziehen sich überdehnte Gefäße wieder etwas zusammen.

Venen können auch mit der richtigen Ernährung gestärkt werden: „Trinken Sie – wenn Ihr Herz gesund ist – jeden Tag mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Kräutertee. Dann fließt das Blut besser durch die Venen“, erklärt Langer. Auch Früchte mit viel Vitamin C wie Kiwis oder Grapefruits halten das Blut flüssig.
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