Pilze senken Cholesterin

Erhöhte Cholesterinwerte können oft mit der richtigen Ernährung positiv beeinflusst werden. Austernpilze scheinen besonders hilfreich zu sein.

Austernpilze © Shutterstock
(München – 01.09.2011) Wer seine Cholesterinwerte über gesunde Ernährung in den Griff bekommen will, sollte öfter zu Austernpilzen greifen. Das zumindest legt eine Studie des Instituts für Lebensmittelwissenschaft und Humanernährung der Leibniz Universität Hannover nahe. Die Untersuchungen haben ergeben, dass der regelmäßige Verzehr von Austernpilzen den Blutfettspiegel positiv beeinflussen kann.

Drei Wochen Pilzsuppe – jeden Tag

Über drei Wochen hinweg stellten 20 Studierende mit leicht erhöhtem Cholesterinspiegel ihre Ernährung in den Dienst der Wissenschaft: Eine Gruppe löffelte täglich 600ml Suppe, hergestellt aus getrockneten Austernpilzen. Eine Kontrollgruppe verzehrte die gleiche Menge an Tomatensuppe.

Im Vergleich zur Kontrollgruppe ergab sich bei den Männern und Frauen, die Pilzsuppe aßen, eine signifikante Senkung der Triglyceride im Blut. Neben Cholesterin sind Triglyceride der wichtigste Parameter, der bei Untersuchungen der Blutfette gemessen wird. Erhöhte Werte gelten als Risikofaktoren für Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Zuviel Triglyceride können darüber hinaus zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse (akute Pankreatitis) führen. Bei den Versuchspersonen, die Pilzsuppe aßen, sank in den drei Wochen außerdem der Gesamtcholesterinspiegel.

Auch die Konzentration des LDL-Cholesterins ging leicht zurück. LDL (Low-Density-Lipoprotein) wird im Gegensatz zum HDL (High-Density-Lipoprotein) als „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet. LDL trägt maßgeblich dazu bei, dass Arterien verkalken (Arteriosklerose).

Warum sinken die Cholesterinwerte?

Der Körper stellt aus Cholesterin Gallensäure her, die dazu dient, im Darm Fett zu verdauen. Austernpilze enthalten viele Ballaststoffe. Diese binden im Darm die Gallensäure und führen dazu, dass sie vermehrt ausgeschieden wird. Der Körper muss deswegen Gallensäure nachproduzieren und benötigt dazu das Cholesterin aus dem Blut. Der Blutspiegel des Cholesterins sinkt dadurch.

„In Austernpilzen ist außerdem eine Substanz enthalten, die die Cholesterinsynthese hemmen kann“, erklärt Dr. Inga Schneider vom Institut für Lebensmittelwissenschaft und Humanernährung der Leibniz Universität Hannover. Über die genaue Wirkung können die Forscher nach wie vor nur mutmaßen und wollen ihre Studien zur Wirkung dieser Substanz deswegen fortsetzen.

Um erhöhte Blutfettwerte zu senken, reicht es sicherlich nicht aus, Austernpilze im Übermaß zu verzehren. Zur Behandlung hoher Cholesterinwerte gehört eine regelmäßige ärztliche Beratung, ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und viel Bewegung. In vielen Fällen müssen zudem Medikamente genommen werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 01.09.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: idw
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung