Gestresster Kreislauf

Bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird Stress eine immer bedeutendere Rolle zugeschrieben. Warum ist er so gefährlich?

(München – 16.12.2011) Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Stress zu einer der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts erklärt. Dauerstress wird als bedeutsamer Risikofaktor für Bluthochdruck und damit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall angesehen. Allerdings ist Stress nicht grundsätzlich etwas Schlechtes für den Menschen. Für blitzschnelles Reagieren in Belastungs- und Gefahrensituationen setzt der menschliche Organismus Stresshormone (Adrenalin und Noradrenalin) frei, die den Herzschlag beschleunigen, den Blutdruck erhöhen oder die Atmung anregen.

Stress ist die Anpassungsreaktion des Körpers auf die Kräfte, die aus seiner Umwelt auf ihn einwirken. „Der Mensch braucht Stress, um die Anforderungen, die an ihn gestellt werden, zu bewältigen. Anspannung gehört zum Leben, ihr muss aber Entspannung folgen“, betont Prof. Dr. med. Karl-Heinz Ladwig, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung. „Chronischer Stress, dem keine Entspannung folgt, macht krank, da man durch ihn leicht in Verhaltensweisen hineinschlittert, die die Gesundheit ruinieren: Man greift zur Zigarette, man isst sich aus Frust Übergewicht an, man trinkt zu viel Alkohol“, erklärt Professor für Psychosomatische Medizin und Medizinische Psychologie am Klinikum rechts der Isar in München.

Teufelskreis im Blutgefäß

Dauerhafter Stress löst Umbauprozesse in den Gefäßen aus, die dazu führen, dass die Aderwand versteift. Gegen diese Versteifung der Gefäße muss das Herz anpumpen. Herzleistung und Blutdruck steigen und die Gefäße versteifen weiter – ein fataler Teufelskreis. Professor Ladwig erklärt: „Durch diese Anpassungsreaktion stellt sich der Organismus auf das veränderte Stressniveau ein: Der Zustand der Hochspannung wird zur Normalität.“ Hat sich der Körper darauf eingestellt, kann der Bluthochdruck oft nur noch mit Medikamenten gesenkt werden.

Stressbewältigung lohnt sich

Trotzdem ist Stressbewältigung wichtig. Der Blutdruck lässt sich dann schonender senken, das heißt mit weniger Medikamenten und Nebenwirkungen. Prof. Ladwig empfiehlt, den eigenen Alltag einmal mit Abstand zu betrachten und auf mögliche Stressfallen hin zu überprüfen. Regelmäßige körperliche Bewegung kann zum Stressabbau beitragen. Hobbys oder Freizeitaktivitäten mit Freunden und Verwandten sorgen ebenfalls für Ablenkung und Entspannung. „Am besten ist es allerdings, mit Stress umgehen zu lernen, bevor sich hoher Blutdruck entwickelt“, sagt Professor Ladwig.
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