Gesünder leben fürs Herz

Auch im mittleren Lebensalter ist es für einen gesunden Lebenswandel noch nicht zu spät – und das Herz dankt es. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Frau isst Salat © Thinkstock
(München – 07.10.2014) Wer sich als Erwachsener in einem Alter über 30 oder 40 Jahre zu einer gesünderen Lebensweise entscheidet, kann die Entwicklung einer koronaren Herzerkrankung (KHK) aufgrund eines bisher ungesunden Lebensstils aufhalten – und möglicherweise sogar umkehren. Darauf machen die Kardiologen des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen (BNK) aufmerksam. Sie berufen sich dabei auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie, in der das Ausmaß der Verkalkung der Herzkranzgefäße in Zusammenhang mit dem Lebensstil bei mehr als 3500 Studienteilnehmern im jungen Erwachsenenalter (18 bis 30 Jahre) und dann noch einmal zwanzig Jahre später (im Alter von 38 bis 50 Jahren) untersucht wurde.

Arterienverkalkung und Dicke der Herzkranzgefäße nimmt ab

Im jungen Erwachsenenalter, also zu Beginn der Studie, gaben weniger als zehn Prozent der Teilnehmer an, eine gesunde Lebensweise – hinsichtlich ausgewogener Ernährung, Normalgewicht, genügend Bewegung, Nichtrauchen und gemäßigtem Alkoholkonsum – zu praktizieren. Immerhin ein Viertel der Teilnehmer verhielt sich ab einem Alter von zwanzig Jahren aber von sich aus schon gesünder, indem sie mindestens eine der gesunden Verhaltensweisen aus den fünf genannten Kategorien annahmen. Dabei schlug sich jede der fünf gesunden Verhaltensweisen in einer messbaren Verringerung der Arterienverkalkung und der Wanddicke der Herzkranzgefäße nieder.  

„Der Verkalkungsgrad und die Wanddicke der Herzkranzgefäße sind maßgeblich für die Risikobestimmung für eine koronare Herzerkrankung“, erklärt Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen (BNK). „Mit dieser Studie konnten die Forscher zwei weitverbreitete Mythen zur Herzgesundheit aus der Welt schaffen. Erstens: Eine Änderung des gewohnten Verhaltens sei so gut wie unmöglich. Und zweitens: Wer erst im Erwachsenenalter einen gesunden Lebensstil praktiziert, könne sein Risiko für die Entwicklung einer Herzerkrankung nicht mehr hinreichend senken.“

Ungesunde Lebensweise führt zu Verkalkung der Herzkranzgefäße

34 Prozent der Studienteilnehmer änderten ihr Verhalten im Lauf von zwanzig Jahren nicht und 40 Prozent legten mit zunehmendem Alter immer mehr ungesunde Verhaltensweisen an den Tag beziehungsweise gaben gesunde Gewohnheiten wieder auf. „Bei den Personen mit ungesundem Lebenswandel konnte die Studie nachweisen, dass die Arterienverkalkung und die Wanddicke ihrer Herzkranzgefäße entsprechend messbar zugenommen hat und ihr Risiko für eine Herzerkrankung gestiegen ist“, so Smetak. „Für ein gesundes Herz empfehlen wir Kardiologen: Normalgewicht halten, sich vitamin‐ und ballaststoffreich sowie salzarm ernähren, nicht rauchen, fünfmal pro Woche mindestens 30 Minuten Sport treiben, Alkohol nicht täglich und nur in Maßen trinken – und diesen gesunden Lebensstil möglichst auch beizubehalten!“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.10.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands Niedergelassener Kardiologen (www.kardiologen-im-netz.de): Ein gesunder Lebenswandel ist auch erst ab Lebensmitte für das Herz noch nicht zu spät
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung