Bei Schuppenflechte: häufig Begleiterkrankungen

Rötliche, silbrig schuppende Hautveränderungen: Symptome der Schuppenflechte (Psoriasis). Bereits diese Beschwerden sind für die Betroffenen sehr belastend. Doch dabei bleibt es oft nicht. Mit einer Psoriasis gehen oft weitere Erkrankungen einher.

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(Berlin – 31.10.2018) Rote Flecken mit silbrig-glänzenden Schüppchen – manchmal jucken sie. Neben den typischen Hautveränderungen haben Menschen, die an einer Schuppenflechte (Psoriasis) leiden, oft Gelenkbeschwerden. Außerdem haben sie ein höheres Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Deshalb sollten Betroffene – in Deutschland etwa zwei Millionen Menschen – Blutdruck und Blutfette regelmäßig ärztlich testen lassen und auf eine gesunde Lebensführung achten. Darüber hinaus ist eine qualifizierte ärztliche Versorgung durch einen Rheumatologen wichtig.

Schuppenflechte kann zu Gelenkbeschwerden führen

Fünf bis zehn Prozent der Menschen mit Psoriasis entwickeln Gelenkbeschwerden, eine Psoriasis-Arthritis. „Die Psoriasis und die Psoriasis-Arthritis belasten wie alle anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen den gesamten Körper, Betroffene sollten deshalb der vom Arzt verordneten Medikation zuverlässig folgen“, sagt der Präsident Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie, Professor Dr. med. Hanns-Martin Lorenz. „Sie können darüber hinaus durch eine gesunde Lebensführung ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen“.

Häufig bei Schuppenflechte: das metabolische Syndrom

Eine gesunde Lebensführung ist wichtig, denn Menschen mit Psoriasis entwickeln neben Haut- und Gelenksymptomen besonders häufig Krankheiten, die zum metabolischen Syndrom zählen: Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Diabetes mellitus. „Die Patienten haben mit der Entzündung und weiteren etablierten Risiken insgesamt ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall“, sagt Dr. Lorenz.

Aktuelle Studie: kardiovaskulären Risiken bei Schuppenflechte

Mit kardiovaskulären Risiken bei Psoriasis beschäftigt sich eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung des International Psoriasis and Arthritis Research Teams. Insgesamt wurden 2254 Patienten mit Psoriasis untersucht, die meisten davon mit Gelenkbeschwerden. Die Patienten waren im Durchschnitt 52 Jahre alt, litten seit mehr als 20 Jahren unter einer Psoriasis, davon 14 Jahre mit Gelenkbeschwerden.

Es zeigte sich, dass die meisten Betroffenen weitere gesundheitliche Probleme hatten: 75 Prozent der Patienten waren übergewichtig oder fettleibig, 45 Prozent hatten einen Bluthochdruck und 49 Prozent zu hohe Blutfette. Außerdem wiesen 13,3 Prozent einen Typ 2-Diabetes auf und bei 6,5 Prozent waren die Herzkranzgefäße verengt. „Fast die Hälfte der Patienten hatte im Alter von Anfang 60 ein Risiko von mehr als zehn Prozent, innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden“, sagt Dr. Lorenz.

Betroffene merken häufig nichts von den Begleiterkrankungen

Weitere Ergebnisse der Studie: Jeder dritte Patient mit Psoriasis wusste nicht, dass seine Blutfette zu hoch sind, jedem fünften war sein Bluthochdruck nicht bekannt. Außerdem nahmen die meisten Patienten, bei denen die Diagnose Bluthochdruck gestellt wurde, ihre Medikamente nicht oder nicht regelmäßig ein. „Behandelnde Ärzte müssen bei Psoriasis die möglichen Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder eine Fettstoffwechselstörung regelmäßig diagnostisch abklären und gegebenenfalls behandeln“, sagt Professor Lorenz. „Zudem ist es wichtig, Psoriasis oder Psoriasisarthritis optimal antientzündlich zu behandeln, Betroffene über die Erkrankungen des metabolischen Syndroms aufzuklären und sie in der Prävention zu unterstützen.“ Eine qualifizierte fachärztliche Betreuung durch den Rheumatologen sollte deshalb nicht fehlen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 31.10.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. vom 26.09.2018: Schuppenflechte: Herz-Kreislauf-Risiken in den Blick nehmen.