Sonnenschutz bei Neurodermitis

Neurodermitishaut reagiert sehr empfindlich auf Sonne – und Sonnenschutz. Verzichten sollten Betroffene darauf dennoch nicht. Worauf Sie achten sollten.

Frau am Strand mit Sonnencreme auf den Schultern © iStock
(Bonn – 14.08.2017) Menschen mit Neurodermitis scheuen sich oft, Sonnenschutzmittel zu verwenden, da manche Produkte bei ihnen das Hautbild verschlechtern und sogar einen Krankheitsschub auslösen können. Dabei ist gerade die Haut von Neurodermitispatienten besonders sonnenempfindlich. Ein maßvoller Umgang mit der Sonne und Sonnenschutzmittel, die speziell für atopische Haut entwickelt wurden, helfen aus dem Dilemma.

Warum Neurodermitishaut besonders sonnenempfindlich ist

Bei Neurodermitis fehlen der Hautbarriere wichtige Fette und Eiweiße, die normalerweise für Stabilität sorgen und die Haut vor Schadstoffen und Allergenen schützen. So gelangen auch UV-Strahlen leichter in die tieferen Hautschichten als bei gesunder Haut. Die Gefahr von Sonnenbrand, vorzeitiger Hautalterung und Zellschäden ist daher bei Menschen mit Neurodermitis besonders groß. Eine zu hohe UV-Belastung kann außerdem zu Ekzemschüben führen. Betroffene sollten daher auf einen zuverlässigen Sonnenschutz achten. Am besten bleiben sie dann, wenn die Sonne am intensivsten ist, möglichst im Schatten und tragen lange, lockere Kleidung. Zusätzlich sollten Betroffene Sonnenschutzmittel verwenden, die den besonderen Bedürfnissen ihrer Haut gerecht werden.

Welche Sonnenschutzmittel für Neurodermitispatienten geeignet sind

Ein sicherer Breitbandschutz vor UVA- und UVB-Strahlen ist notwendig, aber nicht die einzige Anforderung an einen für Neurodermitispatienten geeigneten Sonnenschutz. Eine Vielzahl der üblichen Inhaltsstoffe von Sonnenschutzmitteln – zum Beispiel Duft- und Konservierungsstoffe – ist zwar für die gesunde Haut unproblematisch, nicht aber bei Neurodermitis. Reizende oder allergieverdächtige Stoffe können leicht in die geschädigte Hautbarriere eindringen und zu Hautirritationen führen. Sonnenschutzmittel für Neurodermitispatienten sollten daher keine problematischen Lichtschutzfilter, Duftstoffe und Konservierungsmittel enthalten.  

Sinnvoll sind hingegen Fette und andere Pflegesubstanzen, die Feuchtigkeit spenden, die Haut stabilisieren und ihre natürlichen Abwehrmechanismen unterstützen. Pflanzliche Wirkstoffe können dabei helfen: Studien haben gezeigt, dass Arzneihafer die Neubildung sogenannter polarer Lipide und wichtiger Fettsäuren in der Hautbarriere fördert, diese stabilisiert und so die Zellabwehr gegen UVA-Strahlen stärkt. Zudem aktiviert er zelleigene Enzyme, die UV-bedingten Zellschäden und oxidativem Stress entgegenwirken. Im Gegensatz zu vielen anderen Naturstoffen enthält das Extrakt aus Junghafer nach neuesten Analyseverfahren kaum Proteine, besitzt daher praktisch kein allergenes Potenzial und ist deshalb auch für fragile und allergische Haut geeignet.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.08.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Haut- und Allergiehilfe: Bei Neurodermitis nicht auf Sonnenschutz verzichten