Tattoos entfernen

Nicht jeder findet sein Tattoo ein Leben lang schön. Welche Möglichkeiten der Tattooentfernung es gibt – und welche Risiken sie bergen.

Frau mit Tattoo im Nacken © Thinkstock
(Köln – 09.06.2016) Mehr als acht Millionen Deutsche tragen Tattoos. Doch nicht jedem gefällt sein Tattoo ein Leben lang. Neue Technologien machen es leichter, die ungeliebte Körperkunst verschwinden zu lassen – dennoch bleiben Risiken. Was Sie über Möglichkeiten aber auch Gefahren der Tattoo-Entfernung wissen sollten.

Nadel, Laser, Dermabrasion: Möglichkeiten der Tattooentfernung

Wer sich sein Tattoo entfernen lassen möchte, sollte sich vorher genau informieren. „Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Tätowierung zu entfernen“, sagt Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Dazu gehört beispielsweise das sogenannte Enttätowieren. Bei dieser Methode sticht der Arzt mit der Tätowiernadel eine spezielle Creme in die betroffene Stelle. Diese „spült“ die Tattoofarbe aus. Dabei entsteht eine dunkle Kruste. Sobald der Schorf abfällt, ist das Tattoo ein Stück weit verschwunden. Bei dieser Methode sind mehrere Sitzungen nötig.

Eine weitere Methode, die sehr häufig eingesetzt wird, ist der Laser. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, die sich je nach Beschaffenheit des Tattoos unterschiedlich gut eignen. Bei einer Behandlung mit einem Nanosekundenlaser zum Beispiel schießt der Arzt aus kurzer Entfernung Laserimpulse auf das Tattoo. Der Laserimpuls ist ein nahezu unsichtbarer Lichtblitz. Da er dennoch sehr intensiv ist, müssen sowohl der Arzt als auch der Patient eine Schutzbrille tragen. Das Laserlicht dringt zwei bis drei Millimeter in die Haut ein. Durch die aufgenommene Energie zerplatzen die Farbpigmente. Die einzelnen Bruchstücke transportiert der Körper über Lymphe oder Blutbahn ab. Das braucht Zeit, weshalb der Abstand zwischen den einzelnen Sitzungen vier bis sechs Wochen betragen sollte. Insgesamt können je nach Größe und Farbe des Tattoos bis zu 15 Laserbehandlungen nötig sein. Mit jeder Sitzung verblasst das Tattoo mehr.

Auch eine operative Entfernung des Tattoos oder die sogenannte Dermabrasion sind eine Möglichkeit, Tattoos zu entfernen. Bei einer Dermabrasion schleift oder fräst der Arzt die oberste Schutzschicht der Haut, die Epidermis, ab. „Egal für welche Methode sich Tattooträger entscheiden: Alle Behandlungen der Tattoo-Entfernung sollte in jedem Fall ein ausgebildeter Hautarzt durchführen“, so Reuter.

Risiken der Tattooentfernung

Seit 2009 verbietet eine Tätowiermittelverordnung die Verwendung von Farbstoffen, an deren gesundheitlicher Unbedenklichkeit Zweifel bestehen. Dazu gehören etwa Azo-Farbstoffe, die auch in Autolack vorkommen. Doch bei vielen älteren Tattoos oder solchen, die im Ausland gestochen wurden, finden sich teilweise noch giftige Farben.

Bei Laserbehandlungen wichtig zu wissen: Bisher gibt es keine Langzeitstudien, die erforschen, ob der Laser durch das Zersprengen krebserzeugende Giftstoffe – etwa aromatische Amine – freisetzt oder sich ein Teil der gespaltenen Farbpigmente in Leber, Milz und Lymphknoten ablagert. Generell gilt: Selbst bei optimaler Technik ist es nur in den seltensten Ausnahmefällen möglich, ein Tattoo spurlos verschwinden zu lassen. In der Regel bleibt selbst bei besten Bedingungen eine Veränderung der Oberflächenstruktur und der natürlichen Hautfarbe in dem betroffenen Areal zurück.  

Wie vollständig der Arzt ein Tattoo entfernen kann, hängt von mehreren Faktoren ab – zum Beispiel von der Größe und Menge der Farbe, der Stelle am Körper sowie der Art der verwendeten Pigmente. Am besten lassen sich schwarze, blaue und rote Farbpigmente entfernen. An ihre Grenzen stoßen selbst modernste Laser bei violetten und gelben Farben. Und: Selbst nach einer vollständigen Farbentfernung kann die Tätowierung manchmal als helles Nachbild – eine sogenannte Hypopigmentierung – vorübergehend weiterhin sichtbar bleiben. Der Grund: Es kann passieren, dass neben dem Farbpigment des Tattoos ungewollt auch das braune Farbpigment der Haut entfernt wird.

Außerdem können nach dem Lasern auch Narben sichtbar werden. Diese sind meist bereits beim Stechen des Tattoos entstanden – und kommen nun zum Vorschein. Das Lasern selbst verursacht nur in den seltensten Fällen bleibende Hautschäden. Alternative Methoden – etwa die Dermabrasion – tragen hingegen ein großes Risiko zur Narbenbildung. „Wichtig ist, dass sich der Patient im Vorfeld beim behandelnden Arzt genau über die Risiken der Behandlung sowie die Erfolgsaussichten der Entfernung informiert“, sagt Reuter.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.06.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der DKV Deutsche Krankenversicherung: Möglichkeiten und Risiken einer Tattoo-Entfernung