Keine Panik bei Läusen

Übertriebene Hygienemaßnahmen sind bei Kopfläusen unnötig, zeigt eine Studie. Sie werden nicht durch Wäsche und Kleidung übertragen.

Laus3 © Thinkstock
(Bremen – 16.05.2012) Kopfläuse jucken fürchterlich, sind ein bisschen eklig und immer schwingt die Frage mit: Können Kopfläuse durch Mützen oder Bettwäsche von Kopf zu Kopf übertragen werden? Jetzt gibt es Entwarnung. „Wissenschaftler der James Cook Universität in Townsville in Australien haben weltweite Studien zur Kopflausübertragung ausgewertet und selbst geforscht“, sagt der Bremer Dermatologe Uwe Schwichtenberg. „Sie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es nahezu ausgeschlossen ist, Kopfläuse durch Mützen und Co. zu übertragen.“

1.000 Mützen wurden untersucht

Die Wissenschaftler haben 1.000 Mützen von Schulkindern mit Kopfläusen unter die Lupe genommen und nicht eine einzige Laus gefunden. Zudem ließen sie Fußböden von insgesamt 118 Klassenräumen einer Grundschule absaugen, in der aktuell Schüler unter Kopfläusen litten. „Bei der Analyse haben sie dann weder Läuse noch Eier entdeckt“, erklärt Schwichtenberg.

Kaum ein Risiko durchs Kopfkissen

Außerdem untersuchten die australischen Forscher 48 Kopfkissen von Menschen mit Kopfläusen und nur auf zwei Kissen entdeckten sie jeweils eine einzige Larve. „Wenn Sie die Wäsche bei 90 Grad in die Waschmaschine stecken, sterben die Parasiten“, erläutert Schwichtenberg. Übertriebene Hygienemaßnahmen seien bei Kopflausbefall also in der Regel unnötig. „Betroffene sollten sich im Kampf gegen die Läuse lieber auf den Kopf konzentrieren“, sagt der Dermatologe. Um die Parasiten schnellstmöglich wieder loszuwerden, eignen sich am besten Kopflauspräparate auf der Basis von Silikonölen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.05.2012
  • Autor/in: vitanet.de-mp
  • Quellen: dapd
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