Tipps gegen Hautpilz

Fuß- und Nagelpilz ist sehr hartnäckig und nur mit viel Geduld heilbar. Aber es gibt Maßnahmen, die ihn sicher vertreiben.

Füße © Thinkstock
(Berlin/Lüdenscheid – 07.05.2012) Nach dem langen „Stiefelwinter“ dürfen die Füße endlich wieder an die frische Luft. Doch nicht immer ist ansehnlich, was aus den dicken Socken zum Vorschein kommt. Denn jeder dritte Deutsche leidet unter Fuß- oder Nagelpilz, bei Menschen ab 65 sogar jeder zweite, wie Hans-Jürgen Tietz, Professor am Berliner Institut für Pilzerkrankungen, sagt. „Manch einer versteckt seine Füße und schwitzt lieber, als zu riskieren, dass andere einen Blick auf Haut oder Nägel werfen.“

Erst trifft es die Haut, dann den Nagel

Obwohl der Leidensdruck bei vielen Patienten hoch sei, neigten sie oft zu Resignation, berichtet der Hautarzt. „Dabei ist Fuß- und Nagelpilz durchaus heilbar.“ Das ist vor allem deshalb wichtig, weil es sich um eine Infektionskrankheit handelt. Wer sie nicht bekämpft, steckt auch andere an.

Die Anzeichen: Meist weicht zunächst die Haut zwischen den Zehen auf. Sie rötet sich, verliert kleine weiße Schuppen und juckt, manchmal entstehen schmerzhafte Risse. „Geschieht jetzt nichts, breitet sich der Pilz über die Haut aus und befällt als nächstes den Nagel“, erläutert Tietz. Ist dieser verletzt, wie es bei Fußballern oder anderen Sportlern häufig der Fall ist, ist er besonders gefährdet. Der Nagel verliert an Glanz, wird dick, fleckig und bröselig.

Kurieren statt resignieren

Meist genügt schon ein rezeptfrei in der Apotheke erhältliches Mittel zum Auftragen, um einen Fußpilz im Anfangsstadium loszuwerden. „Für nässende Zehenzwischenräume eignet sich eher Puder, bei sehr trockenen Füßen eine Salbe“, rät der Lüdenscheider Hautarzt Andreas Jesper. Infizierte Schuhe oder Strümpfe sollten mit einem wirksamen Mittel aus der Apotheke desinfiziert werden.

Anders als beim Fußpilz stößt beim Nagelpilz die Behandlung mit Cremes und Tinkturen schnell an ihre Grenzen. „Am Nagel setzt sich der Pilz hartnäckiger fest als auf der Haut“, ergänzt Jesper.

Heilung in drei Stufen

Um den Pilz zu vertreiben, empfiehlt Tietz eine Therapie in drei Schritten: „Zunächst muss die vom Pilz befallene Nagelmasse entfernt werden. Am besten in Eigenregie zwei Wochen lang täglich mit 40-prozentiger Harnstoffcreme, was effektiv und nicht schmerzhaft ist.“ Im zweiten Schritt wird täglich ein wasserlöslicher Antipilzlack aufgetragen. Schließlich ergänzen Tabletten die Therapie. Dabei gilt: „Je gründlicher die örtliche Behandlung an Fuß und Nagel, desto geringer kann die Tablettendosis ausfallen.“ Eine solche Therapie kann über Monate und bis zu einem Jahr dauern, aber ohne sie ist eine komplette Heilung kaum möglich. Allerdings droht auch nach gelungener Heilung die Gefahr einer neuen Ansteckung. Einen Immunschutz gibt es nach einer durchgestandenen Pilzerkrankung nicht.

Vorsicht beim Barfußgehen

Deshalb rät Tietz seinen Patienten zur Vorbeugung, vor allem denjenigen, die beispielsweise aufgrund von Durchblutungsstörungen ein erhöhtes Hautpilzrisiko tragen: „Gerade Menschen, die aus verschiedenen Gründen gefährdet sind, sollten überall dort, wo viele barfuß laufen und pilzinfizierte Hautschuppen verlieren, Badeschlappen tragen.“ Das betrifft Schwimmbad und Sauna ebenso wie das Fitnessstudio oder auch Teppichböden – nicht nur im Hotel, sondern auch zu Hause, falls ein Familienmitglied an Fuß- oder Nagelpilz erkrankt ist. Um Hautpilzen möglichst wenig Nährboden zu bieten, sollte man nach jedem Wasserkontakt die Füße und vor allem die Zehenzwischenräume mit dem eigenen Handtuch abtrocknen. Nach schweißtreibendem Sport kann Zeitungspapier oder auch einfaches Föhnen die Feuchtigkeit aus den Schuhen ziehen. Schließlich sorgen Schuhe und Strümpfe aus atmungsaktivem Material für ein weniger pilzfreundliches Klima.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.05.2012
  • Autor/in: vitanet.de-mp
  • Quellen: dapd
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