Pickel nach der Pubertät

Bei Akne denken viele Menschen zunächst an Teenager und Pubertät. Manche werden Pickel und unreine Haut auch im Erwachsenenalter nicht los.

Frau mit Pickel © Thinkstock
(Greifswald/Wuppertal – 09.01.2012) Die meisten Menschen haben schon einmal unter Akne gelitten. Rund 80 Prozent der Betroffenen sind Jugendliche. „Aber auch zahlreiche Erwachsene haben mit sogenannter Spätakne oder ähnlichen entzündlichen Hauterkrankungen zu kämpfen", erklärt der Wuppertaler Hautarzt und Sonderreferent des Berufsverbandes Deutscher Dermatologen Thomas Dirschka.

Wie in der Pubertät sind auch im Erwachsenenalter in der Regel die Hormone schuld an den unliebsamen Hautveränderungen. „Akne geht mit der Produktion männlicher Geschlechtshormone, sogenannter Androgene, einher“, sagt Dirschka. Deshalb sind Jungen während der Pubertät stärker betroffen als Mädchen. Androgene regen die Talgproduktion der Haut an. Es kommt zu Verstopfungen in den Gängen der Talgdrüsen, was letztlich Entzündungen hervorruft.

Bakterien spielen eine Rolle

Das Problem ist aber weniger die überschüssige Talgproduktion als vielmehr die Entzündung, die folgt, wenn sich an entsprechenden Stellen Bakterien übermäßig vermehren. Versuche, die Pickel und Pusteln auszudrücken, sind im Übrigen kontraproduktiv: „Die Bakterien, die so an die gereizte Haut gelangen, fördern die Aktivität von Entzündungszellen und machen die Haut wund und rot", erklärt Dermatologe Dirschka.

Bei Erwachsenen kommt der Hormonhaushalt vor allem durch den weiblichen Zyklus, eine Schwangerschaft oder auch die Wechseljahre durcheinander und kann so eine Spätakne auslösen. Frauen leiden somit häufiger darunter. Auch Betroffene, die sehr früh die Pille genommen haben und sie Jahre später absetzen, kriegen im Anschluss häufig Hautbeschwerden: „Der Körper holt dann die durch die Pillenhormone unterdrückte Reaktion regelrecht nach“, sagt Dirschka.

Fitnessbegeisterte Männer, die zum Kraftaufbau zu Anabolika greifen, leiden dagegen an der sogenannten „Bodybuilder-Akne“, berichtet Dirschka: „Viele wissen zunächst gar nichts von dieser typischen Nebenwirkung und wundern sich dann über ihre unreine Haut an Gesicht und Rücken.“ Auch bestimmte Medikamente können einen ähnlichen Einfluss auf die Haut haben.

Was hilft gegen Akne?

Bei leichter bis mittelschwerer Akne reichen hautschälende, antiseptische Lösungen, Cremes und Waschlotionen, um den Pickeln beizukommen. „Frauen mit schwerer Akne profitieren manchmal von einem hormonellen Verhütungsmittel mit Anti-Androgenen“, berichtet Dirschka. Auch Antibiotika werden bei besonders schwerer Akne eingesetzt. Bei Schwangeren, stillenden Müttern oder Kindern unter zwölf Jahren sollte darauf jedoch verzichtet werden. Grundsätzlich sollte immer ein Hautarzt aufgesucht werden, wenn sich das Hautbild stark verschlechtert oder gar Narben entstehen.
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