Blasenschwäche mit 50?

Die Wechseljahre schwächen den Beckenboden. Folge ist häufig eine Blasenschwäche. Die Symptome können jedoch leicht behandelt werden.

Tropfender Wasserhahn Blasenschwäche Wechseljahre © Thinkstock
(Wettin – 19.09.2011) Beim Stichwort Beckenboden denken viele nur an frischgebackene Mütter und Rückbildungskurse: „Doch die Stärkung des Beckenbodens ist für Frauen aller Altersklassen wichtig“, sagt Dörte Meisel vom Berufsverband der Frauenärzte in Sachsen-Anhalt. „Vor allem in der Zeit des Klimakteriums.“

Blasenschwäche durch sinkenden Hormonspiegel

Scheinbar grundlos und plötzlich entsteht in der Zeit der Wechseljahre bei drei von vier Frauen eine Blasenschwäche. Die Ursache für den Urinverlust ist die Umstellung der Hormonproduktion. „In den Wechseljahren reduziert sich die körpereigene Produktion des weiblichen Hormons Östrogen“, erklärt Meisel. Der sinkende Hormonspiegel lässt das muskuläre Beckenbodengewebe dünner und trockener werden, die Stabilität lässt nach.

Meisel beschreibt die unangenehmen Symptome: „Beim Husten, schnelleren Laufen oder Lachen geht plötzlich und unkontrollierbar Urin ab“. Auch werden die Schleimhäute im Genitalbereich schlechter durchblutet, der PH-Wert in der Scheide verändert sich, häufigere Blaseninfekte können die Folge sein. Die dauerhafte Verwendung von Einlagen oder Binden fördert zudem Infektionen: „In der Feuchtigkeit sammeln sich Erreger.“

Viele Frauen schämen sich

Doch anstatt zum Arzt zu gehen, schweigen viele Frauen, weil sie sich für den Urinverlust schämen: „Beckenbodenschwäche und Harninkontinenz sind stark tabuisiert“, sagt Frauenärztin Meisel. „Dabei lassen sich die Beschwerden sehr gut therapieren.“ Schnelle Hilfe bieten hormonhaltige Cremes, die die Muskulatur der Harnröhre im Beckenboden unterstützen und durchfeuchten. In schwereren Fällen kann ein kleiner operativer Eingriff nötig sein: „Dabei wird ein Bändchen oder Netz zur Stabilisierung der Muskelschichten eingesetzt“, so Meisel. Dieser Eingriff erfolgt durch die Scheide und kann sogar ambulant durchgeführt werden.

„Generell ist es aber immer wichtig, dass Frauen ihren Beckenboden trainieren und zwar in jedem Alter“, rät die Medizinerin. Um die Muskelschichten richtig anzuspannen und zu stärken, sei einmalig professionelle Anleitung ratsam, zum Beispiel bei einer Physiotherapeutin oder einer speziellen Beckenbodentherapeutin.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.09.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cw
  • Quellen: dapd
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