Krankheitserreger im Seewasser: So schützen Sie sich

Das Wasser in Deutschen Badeseen kann krankmachende, teils multiresistente Keime enthalten. Fünf Tipps, wie Sie sich davor schützen können – für einen ungetrübten Badespaß. 

Mutter badet mit Kind © iStock
(Hannover – 19.06.2019) Sie gehören zu den größten Gefahren für die Gesundheit: Keime, gegen die kein Antibiotikum mehr wirkt. Im vergangenen Sommer sorgten solche multiresistenten Erreger in Badeseen immer wieder für Schlagzeilen. Deshalb machen sich viele Freizeitschwimmer und Urlauber gerade jetzt – zum Beginn der neuen Badesaison – Sorgen um ihre Gesundheit. Doch ist das Risiko einer Infektion wirklich so hoch?

„Nein, in der Regel nicht“, sagt Sven Seißelberg, Apotheker bei der KKH Kaufmännische Krankenkasse. „Viele multiresistente Bakterien können sich auf oder sogar im Körper ansiedeln, ohne einen Menschen krank zu machen – vorausgesetzt, derjenige ist gesund.“ Selbst wenn solche Erreger etwa beim Wasserschlucken in den Körper gelangen, müssen sie anschließend der aggressiven Magensäure sowie der Immunabwehr trotzen. „Das ist sehr unwahrscheinlich“, sagt Seißelberg. Hat jemand allerdings ein extrem geschwächtes Immunsystem oder eine offene Wunde, steigt das Risiko einer Infektion. Betroffene sollten daher besonders vorsichtig sein und in dieser Zeit lieber nicht baden gehen.

Magen-Darm-Erkrankung durch Seewasser

Multiresistente Bakterien sind aber nicht die einzigen Keime in Seen und Flüssen. Deutlich höher ist das Risiko, sich mit Magen-Darm-Erregern zu infizieren. Mit diesen Tipps, können Sie das Risiko einer Magen-Darm-Erkrankung verringern. 

Tipp 1: Wasserqualität vorab abfragen
Verschmutzungen sind mit bloßem Auge nicht immer zu erkennen, auch klare Gewässer können mit Krankheitserregern belastet sein. Deshalb sollten sich Badefreunde vorab nach der Wasserqualität des Sees erkundigen, zum Beispiel auf der Internetseite des Umweltbundesamtes oder bei der zuständigen Gesundheitsbehörde. Grundsätzlich gilt: In Badegewässern mit mindestens sehr guter Qualität ist das Infektionsrisiko am geringsten.

Tipp 2: Von trübem Wasser fernhalten
Sind Gewässer bläulich verfärbt und trüb, kann das ein Hinweis auf Blaualgen sein. Die sogenannten Cyanobakterien lösen Übelkeit, Durchfallerkrankungen und Hautirritationen aus. Belastete Gewässer sollten daher unbedingt gemieden werden. Kinder sollten sich vom Ufer fernhalten und nicht im flachen Wasser spielen.

Tipp 3: Möglichst wenig Wasser schlucken
Wer Wasser schluckt, kann Krankheitserreger aufnehmen. Je weniger Wasser also beim Schwimmen, Planschen und Tauchen geschluckt wird, desto geringer ist das Infektionsrisiko.

Tipp 4: Seen mit vielen Wasservögeln meiden
Der Kot von Enten und Gänsen verschmutzt das Wasser mit Bakterien, die zu Durchfall führen können. Deshalb sollten vor allem Seen mit besonders vielen Wasservögeln gemieden werden. Eine Gefahr können dort außerdem Zerkarien sein: Die Larven von Saugwürmern suchen sich eigentlich Enten als Wirte. Sie können sich aber auch in die Haut von Menschen bohren und an diesen Stellen Juckreiz und Quaddeln auslösen.

Tipp 5: Nach Regen nicht in Flüssen baden
Besonders nach starken Regenfällen können Flüsse zu Keimschleudern werden: Zum einen spült der Regen die Gülle von landwirtschaftlichen Flächen in die Gewässer, zum anderen ist das Abwassersystem überfordert. Dann gelangt nicht ausreichend geklärtes Wasser in die Flüsse. Am besten nur in Flüssen schwimmen, die als offizielles Badegewässer gekennzeichnet sind.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.06.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der KKH Kaufmännischen Krankenkasse vom 16. Mai 2019: Infektionsfalle Badesee? Multiresistente Keime: KKH gibt Tipps für ungetrübten Schwimmspaß
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