Tipps zur Zeitumstellung

In der Nacht von 30. auf 31. März stellen wir die Uhr wieder eine Stunde vor. Das macht vielen zu schaffen, vor allem Kindern. Wie Sie die Zeitumstellung gut überstehen und Informationen zur geplanten Abschaffung.

Mädchen wacht auf © iStock
(Hannover, Hamburg – 29.03.2019) Eine Stunde früher aufstehen: Am kommenden Sonntag, am 31. März 2019, werden nachts die Uhren von zwei auf drei Uhr vorgestellt. Ab dann gilt in allen Ländern Europas wieder die Sommerzeit. Die Abschaffung der Zeitumstellung innerhalb der Europäischen Union ist zwar geplant, aber frühestens für das Jahr 2021.

Die Forsa hat nun eine bundesweite repräsentative Bevölkerungsumfrage durchgeführt und 1003 Menschen zum Thema Zeitumstellung befragt. Sie ergab, dass die Zeitumstellung viele belastet – vor allem Kinder. Dementsprechend wächst der Widerstand gegen die Zeitumstellung: Mehr als drei Viertel der Befragten sind der Meinung, sie sollte abgeschafft werden.

Zeitumstellung belastet vor allem Kinder

Jede zweite aller befragten Familien mit Kindern bis zwölf Jahre spürt in den Tagen nach der Zeitumstellung Auswirkungen auf das Schlafverhalten ihrer Kinder – gerade, wenn wie jetzt, die Uhr um eine Stunde auf die Sommerzeit vorgestellt wird. So sagten 39 Prozent der Mütter und Väter, dass ihr Kind abends schlechter einschlafen kann. Laut 38 Prozent der Eltern hat der Nachwuchs in den Tagen nach der Zeitumstellung morgens Probleme aufzustehen. Außerdem ist jedes vierte Kind in Folge der Zeitumstellung tagsüber gereizt oder müde.

Negative Auswirkungen auf Erwachsene

Ein Viertel der Befragten hat im Zuge der Zeitumstellung bereits Probleme gehabt. Dabei fühlte sich rund jeder Siebte schlapp und müde. Außerdem wurden Einschlafprobleme und Schlafstörungen genannt, unter denen Frauen besonders häufig leiden (70 Prozent). 36 Prozent der Befragten konnten sich schlechter konzentrieren, ein Drittel fühlte sich gereizt. Zehn Prozent litten sogar unter depressiven Verstimmungen. Insgesamt 16 Prozent der Erwerbstätigen sind durch die Zeitumstellung bereits zu spät zur Arbeit gekommen. Franziska Kath, Diplom-Psychologin der DAK-Gesundheit: „Psychische Probleme im Zuge der Umstellung auf die Sommerzeit hängen mit der biologischen, inneren Uhr des Körpers zusammen. Oft ist hier die beste Medizin schlicht ein wenig Geduld und Ruhe. Nach spätestens ein paar Tagen sollten sich Körper und Geist angepasst haben."

Tipps für eine gesunde Zeitumstellung

Wenn auch Ihnen die Zeitumstellung zu schaffen macht, haben wir ein paar Tipps, wie Sie den Wechsel von Winter- auf Sommerzeit besser verkraften:
  • Tipp 1: Bereits ein paar Tage vor der Zeitumstellung immer etwas früher ins Bett gehen und auch die Mahlzeiten früher als gewohnt einnehmen.
  • Tipp 2: An den ersten Tagen nach der Umstellung abends möglichst leicht essen und keine aufputschenden Getränke wie Kaffee oder Alkohol vor dem Schlafengehen trinken.
  • Tipp 3: Wer abends unter Einschlafproblemen leidet, kann Dragees oder Kräutertees mit Baldrian, Hopfen, Johanniskraut und Melisse ausprobieren. Auch autogenes Training hilft. Schlafmittel sollten Sie nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen.
  • Tipp 4: Wen tagsüber die Müdigkeit plagt, der legt am besten eine kurze Pause ein. Optimal: ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft.

Hintergrund: Anfang und Ende der Zeitumstellung

In Deutschland wurde die Sommerzeit im Jahr 1980 als Reaktion auf die Ölkrise zwei Jahre zuvor eingeführt. Ziel dieser Maßnahme war es, Energie zu sparen. Seit 1996 gilt die Sommerzeit EU-weit und beginnt jeweils am letzten Sonntag im März. Am letzten Sonntag im Oktober werden die Uhren dann in allen Staaten der Europäischen Union wieder auf die Winterzeit – also die Normalzeit – zurückgedreht. In einer EU-weiten Befragung sprachen sich im Sommer 2018 84 Prozent der Teilnehmer für ein Ende der Zeitumstellung aus. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kündigte daraufhin an, den Bürgerwillen schnellstmöglich umzusetzen. Der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments schlug eine Abschaffung bis zum Jahr 2021 vor. Bis dahin müssen Europäisches Parlament und die Mitgliedsstaaten zustimmen. Unklar ist bisher noch, ob dann die Normalzeit oder die Sommerzeit beibehalten wird.

Erwartungen an die Abschaffung der Zeitumstellung

Von der geplanten Abschaffung der Zeitumstellung erwarten drei Viertel der Forsa-Befragten, die durch die Umstellung unter Schlafproblemen leiden, eine positive Auswirkung auf ihren Biorhythmus und ihr Wohlbefinden. Nur jeder Fünfte denkt, dass es keinen Einfluss auf das Schlafverhalten haben wird, wenn die Zeitumstellung künftig wegfällt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.03.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der KKH Kaufmännischen Krankenkasse vom 25.03.2019: Gähnend zur Schule: Zeitumstellung belastet Kinder am meisten
  • Pressemeldung der DAK-Gesundheit vom 25.03.2019: Rückhalt für die Zeitumstellung auf neuem Tiefpunkt