Anti-Aging: Gewichte oder Laufschuh?

Wer Sport macht, bleibt länger jung – sagt man. Eine neue Studie fand nun jedoch heraus, dass dies nicht für alle Sportarten gilt.

Pärchen joggt © iStock
(Leipzig – 04.02.2019) Kardiologen des Universitätsklinikums Leipzig konnten jetzt beweisen, dass Ausdauertraining wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen die zelluläre Alterung vermindert. Dieser Effekt ist jedoch nicht nach reinem Kraft-Training zu beobachten. Die Ergebnisse wurden im European Heart Journal veröffentlicht.

Die Effekte von Ausdauer- und Kraftsport auf die Zellalterung

In der Studie im Bereich Kardiologie und Sportmedizin wurden die molekularen und zellulären Wirkungen von körperlicher Aktivität untersucht und verglichen. Die Studie brachte neue Erkenntnisse zu den Effekten von Ausdauersport – egal ob lockeres aerobes Training oder hochintensives Intervalltraining – und Krafttraining auf die Zellalterung. „Wir konnten anhand von Blutzellen belegen, dass beide Ausdauertrainingsarten wichtige Regulatoren der Zellalterung, und zwar die Telomeraseaktivität und die Telomerlänge, günstig beeinflussten", sagt Prof. Ulrich Laufs, Leiter der Studie und Direktor der Klinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Leipzig. „Bei Krafttraining hingegen war dies nicht der Fall." Telomerase ist ein Enzym des Zellkerns das Telomere wiederherstellt.

Telomere sind die Enden der Chromosomenarme. Sie werden im Laufe des Lebens immer kürzer. Die Telomeraseaktivität und die Telomerlänge gelten als wichtige Indikatoren für den Alterungsprozess der Zellen und deren Regenerationsfähigkeit, mit Auswirkungen auf ein gesundes Altern insgesamt. Entsprechend zeigten die Forscher auch mögliche Mechanismen dieser Effekte auf die Regulation gefäßschützender Substanzen wie Stickstoffmonoxid.

Krafttraining als Ergänzung zum Ausdauertraining

In dieser ersten Studie zu diesem Thema wurden 266 im Schnitt 50-jährige gesunde Probanden ohne vorherige Sporterfahrungen untersucht. Die Studienteilnehmer absolvierten ein genau dosiertes, kontrolliertes und überwachtes Training über sechs Monate, jeweils drei mal 45 Minuten pro Woche.Vor und nach der Studie erfolgten Belastungstests und Blutentnahmen zur Isolation von Zellen aus dem Blut.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass durch gezieltes Training ein eindeutiger positiver Vorsorge-Effekt erzielt werden kann", so Laufs. Gerade die kardiovaskuläre Zellalterung könne günstig beeinflusst werden, zudem könnte auf der Basis telomerabhängiger Parameter die zelluläre Antwort auf ein Training gemessen und gesteuert werden. „Unseren Patienten können wir also künftig auf der Basis dieser Ergebnisse mit Blick auf die Herzgesundheit klar raten: Krafttraining kann eine Ergänzung zum Ausdauertraining sein, aber kein Ersatz."
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.02.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Leipzig AÖR vom 28.11.2018: Erste Studie zu Anti-Aging-Effekten vergleicht Krafttraining versus Ausdauer
  • “Differential effects of endurance, interval and resistance training on telomerase activity and telomere length in a randomized, controlled study”, by Christian Werner et al. European Heart Journal. doi:10.1093/eurheartj/ehy5