Übermäßiges Schwitzen – Hyperhidrose

Starkes Schwitzen ist immer unangenehm, manchmal krankhaft. Diese Krankheit – Hyperhidrose – lässt sich in den meisten Fällen gut behandeln.

Mann schwitzt © iStock
(Regensburg – 22.06.2018) Übermäßiges Schwitzen kann eine Krankheit sein. Ein Deodorant hilft in diesen Fällen nicht.

In fünf Minuten 100 Milliliter Schweiß

Als krankhaft gilt Schwitzen erst, wenn der Körper unabhängig von Wärme oder Kälte, Tages- oder Jahreszeit unkontrollierbar viel Schweiß produziert. Wissenschaftlich diagnostiziert wird Hyperhidrose – etwa im Bereich der Achseln –, wenn sich auf saugfähigem Spezialpapier in einer Achselhöhle innerhalb von fünf Minuten 100 Milliliter Schweiß sammeln. In 40 Prozent der Fälle sind die Achselhöhlen, in 60 Prozent Handflächen oder Fußsohlen, betroffen. In 10 Prozent aller Fälle tritt übermäßiges Schwitzen auch am Kopf auf. Insgesamt sind zwischen 800.000 und 1,6 Millionen Deutsche betroffen.

Behandlung von starkem Schwitzen

Behandelt wird Hyperhidrose so: Entweder wird die Funktion der Schweißdrüsen gehemmt oder – das ist häufiger der Fall – es werden die Schweißkanäle verstopft. Dazu wird ein Präparat mit Aluminiumchlorid, vor dem Schlafen auf die schwitzenden Areale aufgetragen. Anfangs täglich, später ein- bis zweimal pro Woche. Dadurch bilden sich die Schweißdrüsen zurück. Aluminiumchlorid befindet sich in schwächerer Konzentration auch in schweißhemmenden Deodorants – sogenannten Antitranspirantien.

Helfen kann auch die Iontophorese. Sie wird vor allem bei starkem Schwitzen von Händen und Füßen angewandt. Die Betroffenen legen Hände und oder Füße in ein Wasserbad, durch das ein schwacher Gleichstrom fließt. Das blockiert die Schweißkanäle und verhindert so übermäßiges Schwitzen – der Patient spürt von der Behandlung lediglich ein leichtes Kribbeln. Eine weitere Therapieform ist das Injizieren von verdünntem Botulinumgift (Botox), das die Aktivität der Schweißdrüsen verringert.

Letzte Option: Operation

Waren alle anderen Therapieversuche erfolglos, kann Hyperhidrose auch operativ behandelt werden. So kann man die Schweißdrüsen – beispielsweise durch Absaugen – ganz entfernen. Oder man durchtrennt die Nerven, die die Impulse für das Schwitzen steuern. In der Praxis zeigte sich allerdings, dass diese Patienten danach manchmal an anderen Körperstellen vermehrt schwitzen.

Bei starkem Schwitzen besser zum Arzt

Grundsätzlich gilt: Wer ständig stark schwitzt, sollte zum Arzt gehen. Denn starkes Schwitzen – auch wenn es nicht krankhaft ist – kann ein Symptom für andere Krankheiten oder gesundheitliche Probleme sein. Dazu zählen: Stressanfälligkeit, Diabetes, verengte Herzkranzgefäße, Hormonstörungen, chronische Infekte oder starkes Übergewicht.

Das können Betroffene selbst tun

Personen, die an starkem Schwitzen leiden, sollten Alkohol oder Kaffee meiden – sie regen die Schweißproduktion an. Außerdem hilft: Übergewicht abbauen, lockere leicht waschbare Baumwollkleidung und atmungsaktive Schuhe tragen.

Auch Stress fördert die Schweißproduktion. Diesen kann man zwar nicht immer vermeiden, aber regelmäßiger Sport, Entspannungstechniken wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Yoga helfen, besser damit umzugehen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.06.2018
  • Autor/in: vitanet.de; kw
  • Quellen: Pressemitteilung von obx medizindirekt vom 07.06.2018: Haben Sie auch schon Chancen verschwitzt?
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