Netzhauterkrankung AMD wird Erblindungsursache Nr. 1

Deutschland im Jahr 2030: 5,5 Millionen Deutsche leiden an der Netzhauterkrankung altersabhängige Makuladegeneration (AMD) oder zeigen Frühsymptome. Von dieser Entwicklung geht die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) aus.

Augenuntersuchung © iStock
(München – 06.06.2018) Bereits heute ist die altersabhängige (auch: altersbedingte) Makuladegeneration (AMD) für jede zweite Erblindung verantwortlich. Im Jahr 2030 werden davon – laut DOG – 5,5 Millionen Deutsche betroffen sein. AMD ist dann die Hauptursache von Erblindung.

Bedeutung von AMD heute und in Zukunft

Wenn man die Anzahl der Jahre, in denen Menschen mit einer chronischen Erkrankung leben müssen vergleicht, ergibt sich, dass AMD bereits heute eine größere Bedeutung hat als etwa die rheumatoide Arthritis, Parkinson oder Leukämie. „Wir erwarten, dass sich dieser Trend in Zukunft noch verstärkt“, sagt Professor Dr. med. Horst Helbig, Pressesprecher der DOG. Die DOG schätzt, dass durch den demografischen Wandel, im Jahr 2030 etwa 5,5 Millionen Deutsche an der Netzhauterkrankung altersabhängige Makuladegeneration (AMD) leiden oder Frühsymptome zeigen. Das hätte auch zur Folge, dass rund 50 Prozent mehr Augenarztpraxen benötigt werden.

Sehbehinderung hat viele negative Folgen

„Augenerkrankungen wie die AMD bedrohen nicht nur das Sehen.“, sagt Professor Frank Holz, vom Vorstand der Stiftung Auge der DOG: „Wer schlecht sieht, ist im Alter vermehrt auf die Hilfe Dritter angewiesen. Außerdem haben blinde und sehbehinderte Menschen ein höheres Risiko, Unfälle oder Stürze zu erleiden und dadurch pflegebedürftig zu werden.“

Empfehlung: jährliche Vorsorgeuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr

Grundsätzlich kann AMD in vielen Fällen gut behandelt werden – wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Denn Frühstadien der AMD – sogenannte Drusen – sind für den Augenarzt erkennbar. „Das Problem ist aber, dass Patienten die Erkrankung oft erst dann bemerken, wenn bereits bleibende Schäden der Netzhaut entstanden sind“, sagt Holz. Sein Rat: Jeder sollte ab dem 50. Lebensjahr seine Augen einmal jährlich beim Augenarzt untersuchen lassen.

Augenärztliche Vorsorge ist unbeliebt

Die Bereitschaft zur augenärztlichen Vorsorge ist in Deutschland jedoch eher gering. Eine Umfrage ergab: Sieben von zehn Personen würden lieber zehn Lebensjahre, einen Arm oder ein Bein opfern als ihr Augenlicht. Allerdings hatte nur jeder fünfte davon innerhalb der letzten fünf Jahre einen Augenarzt aufgesucht. Eine weitere Studie befragte Bewohner eines Senioren- oder Pflegeheims zum Thema Sehprobleme. Das Ergebnis: Jeder zweite litt unter Sehproblemen und jeder fünfte hatte eine akute Augenerkrankung, die behandelt werden musste.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.06.2018
  • Autor/in: vitanet.de; kw
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft vom 30.05.2018. Netzhauterkrankung AMD wird Erblindungsursache Nummer 1 – Augenärzte mahnen zu mehr Vorsorge im Alter.
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