Sind Tabakerhitzer gesünder als Zigaretten?

Eine neue Studie zeigt: Tabakerhitzer erzeugen weniger schädliche Substanzen als herkömmliche Zigaretten.

Tabakerhitzer © iStock
(Berlin – 04.06.2018) „Die Vielzahl neuartiger Produkte auf dem Tabak- und Nikotinmarkt stellt die Risikobewertung vor völlig neue Herausforderungen“, sagte Professor Dr. Reiner Wittkowski, Vizepräsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) auf einem Expertentreffen der Weltgesundheitsorganisation WHO am BfR zum Thema Tabak und Sucht. Zum Thema Risikobewertung von Tabakerhitzern stellte er dort eine Studie aus Sigmaringen vor: „Eine Studie von Forscherinnen und Forschern des BfR und des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Sigmaringen zeigt, dass Tabakerhitzer weniger schädliche Stoffe, wie zum Beispiel krebserregende Substanzen, erzeugen als herkömmliche Tabakprodukte.“

Weniger gesundheitsschädliche Stoffe bei Tabakerhitzern

Bei einem Tabakerhitzer-System wird der Tabak nicht wie bei einer Zigarette verbrannt, sondern lediglich auf bis zu etwa 350 Grad Celsius erwärmt. Ein Forscherteam aus Sigmaringen verglich – mit Hilfe einer Rauchmaschine – wie viel toxische Stoffe bei einem Tabakerhitzer-System im Vergleich zu einer konventionellen Zigarette entstehen. Es stellte sich heraus, dass deutlich weniger Aldehyde (80 bis 95 Prozent weniger) und flüchtige organische Verbindungen (97 bis 99 Prozent weniger) entstehen. Der Nikotingehalt war dagegen vergleichbar mit dem einer herkömmlichen Zigarette, berichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Fachblatt „Archives of Toxicology“. Ihr Fazit: Beim Erhitzen von Tabak entstehen erheblich weniger krebserregende Stoffe (Karzinogene). Allerdings sollten die gesundheitlichen Risiken auch auf längere Sicht gründlich erforscht werden.

Das Expertentreffen zum Thema Tabak und Sucht

Auf dem Expertentreffen der Weltgesundheitsorganisation WHO am BfR zum Thema Tabak und Sucht sprachen rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 25 Ländern darüber, wie das Suchtpotenzial von Tabakerzeugnissen verringert werden kann. Dabei ging es um das Absenken des Nikotingehalts und darum, wie Zusatzstoffe im Tabak – wie Zucker oder Menthol – die Abhängigkeit erhöhen können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.06.2018
  • Autor/in: vitanet.de; kw
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung vom 18.05.2018. Wie gefährlich sind Tabakerhitzer?
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