Botox als Therapie

Bei Botox denken viele zuerst an einen Schönheitseingriff. Das Nervengift kann jedoch auch Erkrankungen lindern. Wann die Kasse zahlt.

Ärztin spricht mit Patientin © iStock
(München –08.01.2018) Botulinumtoxin – kurz Botox – verbinden viele mit kosmetischer Schönheitschirurgie: Injiziert unter die Gesichtshaut dient es dazu, Falten zu glätten und jugendlicheres Aussehen zu verleihen. Doch auch im medizinischen Bereich gibt es für Botox zahlreiche Einsatzmöglichkeiten: Es eignet sich auch dazu, körperliche Leiden zu lindern –  beispielsweise übermäßiges Schwitzen, neurologische Bewegungsstörungen und chronische Migräne. Welche Leistungen Ihre Kasse übernehmen kann, sollten Sie jedoch immer im Vorhinein klären. Hier erfahren Sie, wann Sie Anspruch auf eine Botoxtherapie haben.

Ärzte stellen oft unwissentlich eine Privatrechnung

Hyperhidrose ist eine genetisch veranlagte Überaktivität der Schweißdrüsen, die bei den Betroffenen einen enormen körperlichen und seelischen Leidensdruck erzeugt. Ein möglicher Therapieansatz hierfür ist das Einspritzen von Botox: Das Mittel hilft dabei, die Nervenimpulse auf Schweißzellen zu blockieren und damit die Schweißproduktion zu unterbinden. Doch viele Arztpraxen rechnen die Kosten für die Therapie unwissentlich privat ab, obwohl dies auch über die Versichertenkarte ginge. Besprechen Patienten den Fall mit ihrer Kasse, kann vorab geklärt werden, ob es sich um eine Kassenleistung handelt, die vom Arzt über die Versichertenkarte abgerechnet werden kann – oder ob die Therapie tatsächlich privat zu zahlen, also eine sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) ist.

Wann die Krankenkasse die Botoxbehandlung übernimmt

Für klassische Schönheitsoperationen dürfen gesetzliche Krankenkassen nur selten die Behandlungskosten übernehmen. Anders verhält es sich dagegen bei schweren Erkrankungen, bei denen die bisherigen Therapien keine Wirkung gezeigt haben. In diesen Fällen kann der Arzt das Medikament über ein Rezept verordnen und die ärztliche Leistung über die Versichertenkarte abrechnen.

Von der Krankenkasse beraten lassen

Wie können Patienten reagieren, wenn ihr Arzt die Behandlung nicht über die Versichertenkarte abrechnet, sondern per Privatrechnung als individuelle Gesundheitsleistung? „Patienten, deren Arzt eine Botoxtherapie auf Privatrechnung durchführen möchte, sollten sich – wie bei allen individuellen Gesundheitsleistungen – an ihre Krankenkasse wenden. Diese kann beraten, ob die Leistung tatsächlich keine Kassenleistung ist und gegebenenfalls bei der Suche nach einer Alternativtherapie helfen“, sagt Heinz-Ulrich König, Fachsprecher Ambulante Versorgung bei der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK).
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.01.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK): Das heilsame Nervengift