Innere Uhr aus dem Takt: Tipps zur Zeitumstellung

Am Wochenende wird wieder die Uhr umgestellt. Welche Auswirkungen das auf den Körper hat und wie Sie die Zeitumstellung gut überstehen.

Müde Frau macht den Wecker aus © iStock
(Köln – 24.10.2017) In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es wieder soweit: Um drei Uhr werden die Uhren in Deutschland auf zwei Uhr – die Winterzeit – zurückgestellt. Doch auch, wenn die Zeitumstellung eine Stunde mehr Schlaf bedeutet, tun sich viele Menschen schwer mit der Anpassung: Vier von zehn Bundesbürgern haben damit Probleme – 46 Prozent der Frauen und 36 Prozent der Männer. Müdigkeit, Gereiztheit und Schlafstörungen sind häufig die Folge. Warum die Gesundheit unter der Umstellung leidet und mit welchen Tricks ein guter Start in die Winterzeit gelingt.

Warum leiden manche Menschen unter der Zeitumstellung?

Bei sensiblen Menschen besteht das Risiko, dass die Zeitumstellung die „innere Uhr“ aus dem Takt bringt. Denn schon kleine Veränderungen können unseren Schlaf-Wach-Zyklus stören. Für die Mehrheit ist der Wechsel zur Sommerzeit zwar belastender, weil dabei eine Stunde verloren geht. Aber auch im Winter kostet die Umstellung Energie. „Der Körper muss sich innerhalb von kurzer Zeit anpassen. Hormonhaushalt und Stoffwechsel können darunter leiden. Wir können zwar eine Stunde länger schlafen, das Zeitgefühl signalisiert aber zur gewohnten Zeit, dass der Tag anbricht. Daher haben gerade Frühaufsteher, auch Lerchen genannt, mit der Zeitumstellung im Herbst zu kämpfen“, erklärt Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Unmittelbare Folge ist, dass Lerchentypen am Abend eine Stunde früher müde werden und morgens eine Stunde eher aufwachen. Die Umstellung wirkt sich also wie ein Mini-Jetlag auf den Körper aus.

Können durch die Zeitumstellung gesundheitliche Probleme entstehen?

„Es kann zu Müdigkeit, Schlafstörungen, Gereiztheit, Appetitlosigkeit, depressiven Verstimmungen und Konzentrationsschwächen kommen. In manchen Fällen zählen auch Verdauungsprobleme zu den Symptomen“, sagt Reuter. Doch es leidet nicht jeder gleich schwer unter dem Wechsel: Besonders empfindlich reagieren ältere Menschen, kleine Kinder und diejenigen, die ohnehin unruhig schlafen. Allerdings hat die Wissenschaft bisher keine langfristigen gesundheitlichen Folgen nachgewiesen – sobald sich der Betroffene an die Umstellung gewöhnt hat, klingen die Symptome ab. Wie lange das dauert, hängt vom Einzelfall ab – in der Regel pendelt sich der Biorhythmus nach wenigen Tagen ein. In Extremfällen halten die Beschwerden bis zu drei Wochen an. Vorsicht ist jedoch im Straßenverkehr geboten: Weil viele Autofahrer unter Müdigkeit leiden und bei ungewohnten Lichtverhältnissen unterwegs sind, ist das Unfallrisiko an den folgenden Tagen höher als sonst.

Wie kann man den Symptomen entgegenzuwirken?

Hilfreich ist, an den Tagen vor der Zeitumstellung etwas später ins Bett zu gehen. Rund eine Viertelstunde später pro Tag reicht bereits aus. Und auch das Abendbrot nach hinten zu verschieben ist ein guter Weg, um den Körper schrittweise umzugewöhnen. Spaziergänge an der frischen Luft am Nachmittag wirken mitunter Wunder.  

„Auch blauhaltiges Kunstlicht kann Lerchentypen bei der Umstellung helfen. Denn Licht mit einem starken Blauanteil – am späteren Nachmittag eingesetzt – macht munter. Das bedeutet umgekehrt aber auch, dass man vor dem Einschlafen im Bett nicht bei stark blauhaltigem Licht lesen sollte“, so der Experte.  

Bei Schlafstörungen helfen beruhigende Tees – zum Beispiel aus Melisse oder Baldrian. Auch ein warmes Bad oder Entspannungsübungen können die Beschwerden lindern. Wichtig ist zudem, ab nachmittags die Finger von Kaffee, koffeinhaltigen Softdrinks und Alkohol zu lassen. Eine ausgewogene Ernährung hat ebenfalls großen Einfluss auf das Wohlbefinden. Schwere, fettige Mahlzeiten sind generell gerade am Abend nicht ratsam. Denn sie belasten den Kreislauf zusätzlich und können den Schlaf beeinträchtigen. Und: Menschen, die nach der Zeitumstellung zu früh aufwachen, sollten sich nicht zwingen, im Bett zu bleiben bis der Wecker klingelt. Besser ist, wenn die „frühen Vögel“ etwas Sport treiben, an die frische Luft gehen oder ein gesundes Frühstück zubereiten.
Tipps für die Zeitumstellung © Thinkstock/vitapublic
Tipp 1: Gehen Sie in den Tagen vor der Zeitumstellung etwa eine Viertelstunde später ins Bett.

Tipp 2: Verschieben Sie das Abendessen etwas nach hinten.

Tipp 3: Nach der Zeitumstellung helfen nachmittägliche Spaziergänge an der frischen Luft – sie machen müde.

Tipp 4: Bei Schlafstörungen helfen beruhigende Tees aus Melisse oder Baldrian, ein warmes Bad oder Entspannungsübungen.

Tipp 5: Wenn Sie nach der Zeitumstellung zu früh aufwachen, sollten Sie sich nicht zwingen, im Bett zu bleiben. Treiben Sie zum Beispiel lieber Sport oder bereiten Sie ein gesundes Frühstück zu.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.10.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der DKV Deutsche Krankenversicherung: Winterzeit: So gelingt die Zeitumstellung
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