Neue Glaukom-Therapie

Bei Patienten mit grünem Star kann eine Operation, bei der Mini-Implantate ins Auge eingesetzt werden, eine Erblindung verhindern.

Älterer Mann wird von Augenärztin untersucht © iStock
(Stuttgart – 07.09.2017) Der grüne Star (Glaukom) ist die weltweit zweithäufigste Ursache für Erblindung. Experten schätzen, dass im Jahr 2020 bereits etwa 11,2 Millionen Menschen aufgrund eines Glaukoms erblindet sein werden. Seit Kurzem gibt es die Möglichkeit, die Augenkrankheit durch eine minimal-invasive Operation zu behandeln – der Eingriff verhindert eine allmähliche Erblindung des Patienten.

Glaukom: erhöhter Augeninnendruck schädigt Sehnerv

Bei dieser chronisch fortschreitenden Augenerkrankung wird der Sehnerv meist durch einen erhöhten Augeninnendruck geschädigt. Der Druck entsteht, weil das Kammerwasser im Auge nicht mehr gut abfließen kann. „Die meisten Patienten werden mit Tropfen behandelt, die den Augeninnendruck senken“, sagt Prof. Dr. Thomas Kohnen von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Helfen die Medikamente nicht, muss operiert werden, um eine Erblindung zu verhindern. Eine neue minimal-invasive Methode mit kleinen Implantaten vereinfacht den Glaukom-Eingriff nun und lässt das Kammerwasser effektiver abfließen.

Diese Implantate werden mithilfe eines Mikroskops durch einen kleinen Schnitt ins Auge eingesetzt. „Sie haben die Form winziger Röhrchen, nicht viel dicker als ein Haar, durch die das gestaute Kammerwasser aus dem Auge heraus geleitet wird“, erklärt Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Mainz. Die Augenchirurgen platzieren die Mini-Stents in die feinen Abflusskanälchen des Kammerwassersystems unter die Lederhaut oder unter die Bindehaut. Den Schnitt, den der Chirurg dabei setzt, ist so minimal, dass er nicht genäht werden muss. Die Experten sprechen deshalb auch von „Minimalinvasiver Glaukomchirurgie“ – kurz: MIGS.

Vor allem ältere Patienten profitieren

„Von diesem schonenden Eingriff profitieren insbesondere hochbetagte Patienten und solche, bei denen augeninnendrucksenkende Tropfen nicht oder nur unzureichend wirken, die sie nicht vertragen oder die sie nicht täglich und korrekt anwenden können", so Pfeiffer. Zudem können die Implantate im Rahmen der Operation eines grauen Stars eingebracht werden – etwa 80 Prozent aller über 80-Jährigen leiden an einer solchen Linsentrübung, die einen Eingriff erforderlich macht. „Die minimalinvasiven Glaukom-Implantate können die extrem schwerwiegende Erblindung im hohen Alter, die auch heute noch in Deutschland vorkommt, verhindern“, sagt Pfeiffer.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.09.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Ophtalmologischen Gesellschaft: Neue Therapie beim Grünen Star: Mini-Implantate verhindern Erblindung
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