Alkoholkonsum im Alter

Nicht nur junge, auch viele ältere Menschen greifen oft zu Alkohol. Das Problem dabei: Bei ihnen wirkt er stärker. Wie viel Senioren höchstens trinken sollten.

Senior trinkt Bier © iStock
(Köln – 04.07.2017) Ein problematischer Umgang mit Alkohol ist in Deutschland auch im höheren Erwachsenenalter verbreitet. Schätzungen gehen davon aus, dass 15 Prozent der über 60-Jährigen in riskantem Maß Alkohol trinken und damit ihre Gesundheit auf vielfache Weise gefährden. Insgesamt mussten im Jahr 2015 rund 14.000 Menschen im Alter ab 60 Jahren aufgrund einer akuten Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden.

Alkohol wirkt bei älteren Menschen stärker

„Vielen älteren Menschen ist nicht bewusst, dass Alkohol bei ihnen stärker wirkt als im jüngeren Erwachsenenalter. Grund dafür ist unter anderem, dass bei Älteren der Alkohol in der Leber langsamer abgebaut wird und sich auch der Flüssigkeitshaushalt im Alter verändert“, sagt Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). „Darüber hinaus ist es mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass bei einer Medikamenteneinnahme besondere Vorsicht im Umgang mit Alkohol geboten ist. Hier gilt daher: Im Zweifelsfall das Gespräch mit dem behandelnden Arzt suchen.“

Bei Senioren niedrigere Werte für einen risikoarmen Alkoholkonsum

Neben einem erhöhten Risiko für Erkrankungen der Leber nimmt bei riskantem Alkoholkonsum auch das Krebsrisiko zu – insbesondere für Mund-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs. Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck können ebenfalls die Folgen sein. Daher werden Menschen ab 65 Jahren niedrigere Werte für einen risikoarmen Alkoholkonsum empfohlen: Pro Tag maximal zehn Gramm Reinalkohol – also ein kleines Glas Wein (0,1 Liter) oder ein kleines Glas Bier (0,25 Liter) – sind erlaubt. Zudem sollte an mindestens zwei Tagen in der Woche gar kein Alkohol getrunken werden, so die Empfehlung des National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism (NIAAA).  

Ein riskanter Umgang mit Alkohol kann beispielsweise durch veränderte Lebensbedingungen im höheren Alter bedingt sein. Gerade der Eintritt ins Rentenalter stellt für manche Menschen eine schwierige Zeit dar, Phasen mit depressiven Verstimmungen können häufiger werden – all das kann zu einem missbräuchlichen Alkoholkonsum und letztlich zur Alkoholsucht führen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.07.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Alkoholkonsum im Alter – BzgA informiert über Risiken
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