Hilfe für den Haushalt

Wird ein Elternteil krank, kann die Krankenkasse eine Haushaltshilfe zur Versorgung der Kinder stellen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Haushaltshilfe malt mit einem Mädchen © iStock
(München – 30.06.2017) Wäsche waschen, einkaufen, die Kinder vom Kindergarten oder der Schule abholen – alltägliche Aufgaben im Familienleben. Doch wer erledigt alles, wenn die Eltern krank werden und der Alltag aus den Fugen gerät? Viele Versicherte wissen gar nicht, dass sie in diesem Fall Anspruch auf Unterstützung haben. Erkrankt ein Elternteil akut, kann die gesetzliche Kasse eine Haushaltshilfe stellen, die sich um die Kinder kümmert. Hier finden Sie einen SOS-Leitfaden, wie Sie diese Hilfe in sieben Schritten erhalten.

Schritt 1: Benötige ich wirklich eine Haushaltshilfe?

Zuerst sollte die entscheidende Frage geklärt werden, ob die Kinder tatsächlich unversorgt sind. Dabei ändert sich der Anspruch auf Haushaltshilfe von Fall zu Fall. Wenn Alleinerziehende bettlägerig sind, brauchen sie für ein Baby womöglich sogar nachts Unterstützung. Die Krankheit eines Elternteils ist dagegen kein Fall für die Haushaltshilfe, wenn der andere Elternteil rechtzeitig von der Arbeit nach Hause kommt, um sich um die Kinder zu kümmern. Hier gilt es, den eigenen Anspruch genau zu überdenken.

Schritt 2: Könnten Verwandte einspringen?

Vielleicht gibt es auch andere Personen im Haushalt, die als Unterstützung einspringen können. Sollten beispielweise die Großeltern im Haus wohnen und gesundheitlich fit sein, haben Eltern keinen Anspruch auf eine Haushaltshilfe, die von der Krankenkasse gestellt wird.

Schritt 3: Kontakt mit der Krankenkasse aufnehmen

Betroffene können sich bei Fragen zum Thema Haushaltshilfe auch stets an ihre Krankenkasse wenden. Bei manchen Kassen reicht zum Beispiel ein Anruf beim persönlichen Kundenberater. Er hilft, den Anspruch schnell zu klären und kann Hilfe in die Wege leiten.

Schritt 4: Bestätigung vom Arzt einholen

Besonders wichtig ist ein Attest, das genaue Angaben zu Länge und Umfang der Krankheit enthält. So wird belegt, dass die Familie wirklich Hilfe benötigt. Bei einer stationären Behandlung ist kein Attest nötig, da der Krankenkasse die Angaben zur Erkrankung in diesem Fall bereits vorliegen.

Schritt 5: Den Antrag stellen

Laut Gesetz ist die Haushaltshilfe eine antragspflichtige Leistung. Daher sollten Betroffene das entsprechende Formular ausfüllen, unterschreiben und zusammen mit dem ärztlichen Attest an die Krankenkasse schicken.

Schritt 6: Die richtige Haushaltshilfe finden

Nun geht es darum, die richtige Haushaltshilfe zu finden. Viele Kassen bieten in diesem Zusammenhang Kooperationen mit Dienstleistern an. Aber auch Bekannte oder Nachbarn können einspringen. Sie haben den Vorteil, dass sie oft schneller und flexibler sind. Deren Einsatz lohnt sich, denn der Erkrankte hat – wie bei professionellen Dienstleistern – Anspruch auf Kostenersatz.

Schritt 7: Wie werden die Kosten übernommen?

Professionelle Dienste rechnen direkt mit der Krankenkasse ab. Bei privater Hilfe – beispielsweise dem Nachbarn oder der Freundin – erstattet die Kasse die Kosten pro Stunde oder pro Tag. Die Anzahl der Stunden bemisst sich nach dem Zeitraum, in dem das Kind unversorgt ist. Zehn Prozent dieser Kosten – mindestens aber fünf Euro und höchstens zehn Euro pro Tag – müssen die gesetzlich Versicherten selbst tragen. Wird die Haushaltshilfe jedoch aufgrund einer Schwangerschaft oder Entbindung in Anspruch genommen, entfällt die Zuzahlung. Für Verwandte bis zum zweiten Grad ersetzen Krankenkassen den Verdienstausfall bis zu 101,50 Euro am Tag, erstatten aber keinen zusätzlichen Stundensatz.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.06.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Siemens Betriebskrankenkasse (SBK): Familienrettung im Krankheitsfall
  • Verbraucherzentrale: Häusliche Pflege und Haushaltshilfe von der Krankenkasse
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung
  • afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/11: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über vitapublic GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.vitanet.de
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)