Ultraschall gegen Schilddrüsenknoten

Bereiteten gutartige Schilddrüsenknoten Beschwerden, wurde bisher meist operiert. Nun gibt es ein neues Therapieverfahren mit Ultraschall.

Ärztin untersucht bei junger Frau die Schilddrüse © iStock
(Berlin – 09.05.2017) Etwa ein Drittel der Deutschen leidet unter Knoten an der Schilddrüse, die meisten dieser Wucherungen sind harmlos – etwa 95 Prozent aller Schilddrüsenknoten sind gutartig. Werden die Knoten aber zu groß und lösen Beschwerden wie Heiserkeit, ständiges Räuspern und Schluckbeschwerden aus oder führen zu einer starken Schilddrüsenüberfunktion, wird häufig operiert. Nun gibt es laut dem Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e. V. (BDN) eine Alternative zum chirurgischen Eingriff, die ohne Narben und Narkose auskommt – den hochfokussierten Ultraschall.

Neue Entwicklung erlaubt Anwendung im Halsbereich

Gebündelter Ultraschall wird schon seit Längerem zur Gewebeentfernung in der Medizin eingesetzt. „Wir kennen das Verfahren beispielsweise aus der Leberchirurgie, um Metastasen mit Hitze zu zerstören oder auch zur Beseitigung von Fibroadenomen – also gutartigen Tumoren – in der Brust“, erklärt Dr. Norbert Czech vom BDN. Neu sind seit Kurzem Geräteentwicklungen, die auch eine Anwendung in der Halsregion erlauben.

Die Strahlen entwickelt eine Hitze von bis zu 80 Grad

Für die Behandlung wird der Ultraschallkopf auf das Gewebe eingestellt. Anschließend fährt das Gerät den Knoten Punkt für Punkt ab und beschießt dabei das Gewebe mit den gebündelten Strahlen, die in der Tiefe eine Hitze von bis zu 80 Grad entwickeln. In der Folge sterben die Zellen ab. „Die Behandlung kann pro Knoten eine Stunde dauern“, so Czech. Eine örtliche Betäubung ist nicht erforderlich. „Die Patienten empfinden die Ultraschallschüsse als Nadelstiche, aber das ist in der Regel gut auszuhalten, zumal wir vor Therapiebeginn eine schmerzlindernde Medikation verabreichen“, so der Nuklearmediziner.

Abklärung nötig: Sind die Knoten gutartig?

Bevor eine Echotherapie erfolgen kann, muss geklärt sein, dass es sich bei den Verwachsungen in der Schilddrüse nicht um Krebs, sondern um gutartige Knoten handelt. Das geschieht zumeist mittels einer Ultraschalluntersuchung, einer Schilddrüsenszintigraphie und der Bestimmung von Laborwerten. Gutartige Knoten werden in „kalt“ und „heiß“ unterschieden – während kalte Knoten kaum noch Hormone produzieren, sorgen heiße Knoten für ein Übermaß an diesen Botenstoffen. „Grundsätzlich kommen beide Varianten für die fokussierte Ultraschallbehandlung infrage – heiße wie kalte Knoten“, erklärt Czech. Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Behandlungsmethode derzeit jedoch noch nicht.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.05.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands Deutscher Nuklearmediziner: Statt Operation: Ultraschall schmilzt Schilddrüsenkonten weg
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