Gestörtes Sehen

Flimmern, Zucken, Fremdkörpergefühl: Fast jeder leidet mal unter Sehstörungen. Doch welche sind harmlos und wann sollte man zum Arzt gehen?

Frau reibt sich die Augen © iStock
(Berlin – 05.05.2017) Drei Viertel aller Deutschen würden lieber auf zehn Lebensjahre verzichten als auf ihr Augenlicht. Umso beunruhigender ist es, wenn das Lid zuckt, es vor den Augen flimmert oder Linien verschwimmen. Einige Sehstörungen sind harmlos, bei anderen ist schnelle Hilfe erforderlich. Was welche Symptome lindert und wann Sie zum Arzt gehen sollten:

Schwarz vor Augen

Wenn es vor den Augen flirrt oder schwarz wird, ist meist Unterzuckerung oder eine Migräne der Grund dafür.

Das hilft: Den Blutzuckerspiegel mit Traubenzucker erhöhen oder einer Migräne rechtzeitig mit Tabletten vorbeugen. Wiederholen sich die Flackerbeschwerden, sollten Sie umgehend einen Augenarzt aufsuchen.

Mückentanz

Bewegen sich einzelne Punkte flecken- oder schlierenartig mit der Blickrichtung, handelt es sich um das Phänomen Mouches volantes (fliegende Mücken). Das ist zumeist eine vorübergehende Alterserscheinung, die beim Lesen besonders auffällt. Zwei Drittel der 65- bis 85-Jährigen klagen darüber – stark Kurzsichtige meist schon früher.

Das hilft: Intensives Licht verstärkt die Symptome. Deshalb hilft es, an hellen Tagen eine gute Sonnenbrille mit hohem Lichtschutz zu tragen. Bei Bildschirmarbeit sollten Sie die Helligkeit und den Kontrast drosseln. Eine Behandlung ist meist nicht nötig. In der Regel verschwinden die Beschwerden von allein wieder.

Kippende Buchstaben und krumme Linien

Scheinen Buchstaben beim Lesen zu kippen oder wirken gerade Linien krumm, kann das auf eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD) hindeuten. Diese Netzhautschäden betreffen etwa zwei Millionen Deutsche und sind Ursache von schweren Sehbehinderungen.

Das hilft: Frühzeitig erkannt, kann der Augenarzt einer Sehbehinderung mit Medikamenten entgegenwirken. Hier helfen nur regelmäßige Augentests für eine Früherkennung – ab 40 alle zwei Jahre, ab 60 jährlich.

Doppelbilder

Taucht derselbe Gegenstand vorübergehend doppelt vor den Augen auf, ist das oft Zeichen einer Übermüdungserscheinung.

Das hilft: Das Phänomen sollte mit ausreichendem Schlaf, regelmäßigen Pausen, Stressabbau und gegebenenfalls einer Korrektion vorhandener Sehdefizite verschwinden.

Rußregen und Blitzlicht

Fallen dunkle Punkte wie Regentropfen herunter, kann die Ursache dafür eine Blutung im Glaskörper sein. Kommen Lichtblitze hinzu, ist es möglich, dass eine Glaskörperabhebung vorliegt, die zur Erblindung führen kann.

Das hilft: Es handelt sich um einen Notfall, bei dem Sie sofort zum Augenarzt gehen sollten.

Sandkorn im Auge

Das Sandkorn-im-Auge-Gefühl kommt oft bei Bildschirmarbeit vor und wird Office-Eye-Syndrom genannt. Weil vor dem Monitor fünfmal weniger geblinzelt wird als üblich, gelingt es dem Tränenfilm nicht mehr, das Auge feucht zu halten.

Das hilft: Eine auf Computerarbeit optimierte Bildschirmbrille kann das Auge entlasten und merklich zu stressfreiem Sehen beitragen. Hyaluronsäurehaltige Tropfen oder Sprays helfen gegen trockene Augen.

Zuckendes Augenlid

Diese Muskelkontraktion ist von außen oft nicht wahrnehmbar. Aber den Betroffenen selbst nervt ein zuckendes Augenlid. Die Zuckungen sind meist harmlose Überlastungsreaktionen – gefördert durch trockene Augen.

Das hilft: Entspannung, Schlaf und Augentropfen.

Sieben Tipps für gutes Sehen

  • Tipp 1: Regelmäßig zur Augenkontrolle gehen – ab 40 alle zwei Jahre, ab 60 jährlich.
  • Tipp 2: Fit blinzeln, damit die Augen nicht austrocknen.
  • Tipp 3: Augen kreisen – dabei die Augäpfel in Form einer liegenden Acht bewegen. Das lockert die Muskulatur.
  • Tipp 4: Massieren – mit zwei Fingern kreisförmig um die Augenpartie klopfen, um den Tränenfluss und die Durchblutung anzuregen.
  • Tipp 5: Hände über die Augen legen, denn Dunkelheit und Wärme entspannen.
  • Tipp 6: In die Ferne schauen – ein tolles Training für die Einstellungsfähigkeit des Auges.
  • Tipp 7: Herzhaftes Gähnen versorgt den Köper mit neuem Sauerstoff, entspannt die Augen und lockert die Gesichtsmuskulatur.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.05.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Kuratoriums Gutes Sehen: Harmlose Sehstörung oder gefährliche Krankheit: Darauf sollten Sie ein Auge haben
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