Tipps für den Zahnersatz

Kronen, Brücken und Prothesen für die Zähne können ganz schön ins Geld gehen. Tipps, wie Sie beim Zahnersatz hohe Kosten vermeiden.

Mann beim Zahnarzt © iStock
(Düsseldorf – 20.04.2017) Besuche beim Zahnarzt können ins Geld gehen: Patienten werden oft mit einem hohen Eigenanteil bei Leistungen wie Kronen, Brücken oder Prothesen zur Kasse gebeten. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen nur die Kosten für die sogenannte Regelversorgung – etwa für Metallkronen, aber nicht für aufwendige Vollkeramik- oder Edelmetallkronen. Wer exklusivere Behandlungen wünscht, muss die Mehrkosten aus eigener Tasche zuzahlen. Beträge von mehreren hundert bis tausend Euro können gesetzlich Krankenversicherten dann erwarten. „Wer etwa ein Implantat statt einer Brücke wünscht, sollte bei seinem Zahnarzt vorher nach allen anfallenden Kosten fragen und möglichst eine zweite Meinung einholen“, rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Diese Zweitmeinung sowie die Erstellung eines zweiten Heil- und Kostenplans sind für gesetzlich Versicherte kostenlos. Folgende Tipps sollten Sie außerdem beachten:

Festzuschuss für Zahnersatz

Für jeden Zahnbefund ist eine kostengünstige Kassenleistung – die Regelversorgung – festgelegt. Zahnärzten ist hierbei exakt vorgeschrieben, welche Beträge sie für ihre Leistungen abrechnen dürfen. Bei gesetzlich Versicherten übernehmen die Kassen einen Zuschuss von etwa 50 Prozent der Kosten. Die andere Hälfte zahlen Patienten als Eigenanteil. Wer mehr will als die Standardvariante, der wird stärker zur Kasse gebeten. In diesen Fällen wird auch bei gesetzlich Versicherten nach der privaten Gebührenordnung für Zahnärzte abgerechnet – zum Beispiel wenn bei einem Backenzahn eine Krone mit Keramikverblendung eingesetzt werden soll.

Heil- und Kostenplan prüfen

Rät der Zahnarzt gesetzlich Versicherten zu einem Zahnersatz, muss er die geplante Behandlung und voraussichtlichen Kosten in einen Heil- und Kostenplan eintragen und den Patienten aushändigen. Bevor Sie den Plan Ihrer Krankenkasse zur Genehmigung vorlegen, sollten Sie den Zahnarzt fragen, ob wirklich alle erforderlichen Kosten im Heil- und Kostenplan enthalten sind. Die Kasse prüft anschließend, ob und in welcher Höhe sie einen Festzuschuss gewährt. Bei einem größeren Behandlungsumfang – etwa wenn mehrere Zähne auf einmal ersetzt werden – sollten Patienten für ihre persönliche Kostenkontrolle nach einem Extra-Kostenvoranschlag für Material- und Laborkosten fragen.

Kosten vorher abklären

Bei der Festlegung der Kosten verfügen Zahnärzte über einen gewissen Spielraum – je nachdem welchen Steigerungssatz sie beim Abwägen von Aufwand und Schwierigkeit zugrunde legen. Ab dem 2,3-fachen Steigerungssatz müssen Zahnärzte ihre Festlegung allerdings schriftlich begründen. Sie sollten erst auf dem Behandlungsstuhl Platz nehmen, wenn sämtliche Kosten geklärt sind. Vor allem die Höhe der Kosten, die Sie privat aufbringen müssen, und mögliche Behandlungsalternativen sollten vorher eingehend dargelegt und besprochen werden.

Regelmäßige Zahnarztbesuche lohnen sich

Regelmäßige Zahnarztbesuche werden von den gesetzlichen Krankenkassen mit einem Bonus belohnt. Wer in den letzten fünf beziehungsweise zehn Jahren mindestens einmal jährlich zur Kontrolle beim Zahnarzt war, bekommt ein finanzielles Extra zugesichert. Die Kassen übernehmen bei einer Behandlung statt der Hälfte dann 60 oder 65 Prozent der Standardversorgung.

Härtefallregelung beachten

Gesetzlich Versicherte mit einem niedrigen Bruttoeinkommen bis zu 1.190 Euro können mit weiterer finanzieller Unterstützung durch ihre Krankenkasse rechnen. Wer als Härtefall anerkannt wird, erhält statt 50 Prozent die kompletten Kosten für Zahnersatz erstattet. Dies gilt aber nur für die festgelegte Regelversorgung. Wer knapp bei Kasse ist und sich trotzdem für eine aufwendigere Versorgung entscheidet, muss die Mehrkosten selbst zahlen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.04.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale NRW: Zahnersatz kann ins Geld gehen: Hohe Kosten vermeiden
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