Brillen für Autofahrer

Ihr Sehvermögen schätzen viele falsch ein. Dabei ist gutes Sehen gerade im Straßenverkehr wichtig. Erste Anzeichen für Sehprobleme und Brillentipps.

Frau fährt Auto © iStock
(Berlin – 09.12.2016) Schlechte Sichtverhältnisse, überfüllte Straßen und hohe Geschwindigkeiten – der Verkehr erfordert schnelle Reaktionen. Wer gut sieht, ist klar im Vorteil. Doch laut einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) überschätzen gerade Unfallfahrer ihre Sehleistung. So ist im letzten Jahr fast jeder neunte Verkehrsunfall auf schlechtes Sehen zurückzuführen.

Selbsteinschätzung oft falsch

Anders als in Italien, Spanien oder Portugal gibt es in Deutschland keine verpflichtenden Wiederholungssehtests. „Leider“, findet Professor Bernhard Lachmayr, Facharzt für Augenheilkunde und Vorsitzender der Verkehrskommission der Deutschen Opthalmologischen Gesellschaft (DOG), „denn die subjektive Einschätzung des Sehvermögens ist trügerisch.“ Problematisch sei, dass das Sehvermögen schleichend und unbemerkt nachlässt. Deshalb sollten die Augen laut des Experten alle zwei Jahre von einem Augenoptiker, Optometristen oder Augenarzt getestet werden. Do-it-yourself-Sehtests findet man sogar im Internet – zum Beispiel auf der Internetseite www.seh-check.de des Kuratoriums Gutes Sehen. Aber bitte beachten Sie: Diese Tests geben erste Hinweise auf Sehprobleme, ersetzen aber nicht den Besuch beim Fachmann.

Spezielle Brillen für Autofahrer

Für Autofahrer ist der ständige Blickwechsel zwischen Armatur, Spiegeln und Straße eine weitere Herausforderung. Wenn ab Mitte 40 die Sehleistung abnimmt, versuchen die Augen, das Defizit über Anspannung auszugleichen. Das ist ermüdend und auf Dauer gefährlich. Mittlerweile gibt es Brillen, die speziell auf die Sehanforderungen für Autofahrer ausgerichtet sind. Spezialfilter sollen außerdem die Blendung von entgegenkommenden Fahrzeugen – vor allem die von Xenon- und LED-Licht – minimieren. Praktisch ist, dass diese Brillen auch im Alltag getragen werden können.

Erste Anzeichen für Sehdefizite am Steuer

Es gibt erste Anzeichen, die auf Schwierigkeiten beim Sehen hindeuten. Darauf sollten Sie achten:
  • Verkehrszeichen, Schilder, Personen und Fahrzeuge werden zu spät erkannt oder sind unscharf
  • Fahrzeuge tauchen scheinbar aus dem Nichts auf
  • Gefahrensituationen werden nicht oder erst im letzten Moment wahrgenommen
  • Scheinwerfer blenden so stark, dass die Sicht stark eingeschränkt ist
  • Wiederholter Kopfschmerz beim Autofahren oder ständiges Gähnen
  • Die Augen tränen oder schmerzen
  • Sehstörungen wie Augenflimmern, Lichtblitze und Doppelbilder

Brillentipps für Autofahrer

Folgendes sollten Autofahrer bei Brillenfassung und -gläsern beachten:
  1. Entspiegelte Gläser vermindern lästige Reflexionen durch gerade einfallendes Licht
  2. Polarisierende Gläser schützen vor schräg einfallenden Spieglungen – zum Beispiel durch Nässe oder tief stehende Sonne. Bitte beachten Sie: Auch Head-up-Displays sind nicht mehr erkennbar.
  3. Kontraststeigernde Gläser vermindern Dunst- und Streulicht. Sie reduzieren den blauen Lichtanteil.
  4. Glastönungen vermindern Blendung. Hinweis: Sehr dunkle Gläser der Schutzkategorie vier sind nicht für den Straßenverkehr geeignet.
  5. Schmale Fassungsränder, dünne Bügel und große Gläser schränken die Sicht nicht ein.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.12.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Kuratoriums Gutes Sehen: Brillen für Autofahrer – Entspannt und sicher durch die Rushhour
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