Mythen zur Zahnpflege

Milchzähne brauchen keine Pflege und Tee ist schlecht für die Beißer: Rund um Zähne und Zahnpflege gibt es viele Mythen. Was stimmt – und was nicht.

Mutter putzt mit Tochter Zähne © iStock
(Dortmund – 23.09.2016) Am 25. September ist Tag der Zahngesundheit: In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – Fakten gegen Mythen“ und stellt hartnäckigen Irrglauben in Sachen Mundhygiene auf die Probe. Hier erfahren Sie, was stimmt – und was nicht.

Mythos 1: Tee ist schlecht für die Zähne

Dieser Mythos hält sich wacker. Dabei enthalten vor allem grüner und schwarzer Tee viele Mineralien, Spurenelemente und Antioxidantien, die Säuren neutralisieren und den Zahnschmelz stärken. Besonders grüner Tee beinhaltet außerdem sogenannte Polyphenole, die entzündungshemmend wirken und zum Beispiel Zahnfleischerkrankungen vorbeugen. Durch ihre antibakterielle Wirkung helfen sie zudem gegen Mundgeruch. Einziger Nachteil beim Teegenuss: Die Gerbstoffe des Getränks lagern sich an den Zähnen ab und sorgen für unschöne Verfärbungen.

Mythos 2: Je öfter man putzt, desto besser

Viele Menschen unterliegen noch immer dem Irrglauben, dass man Zähne nicht oft genug putzen kann. Doch wer übermäßig oft zur Bürste greift, schrubbt den schützenden Schmelz weg, reizt das Zahnfleisch und erhöht das Risiko für Karies. Optimal ist es, die Zähne zwei- bis dreimal täglich gründlich zu reinigen. Wer zusätzlich einmal am Tag Zahnseide oder Interdentalbürstchen benutzt, entfernt bakterielle Beläge auch an schwer zugänglichen Stellen. Besonders wichtig: Nach dem Genuss säurehaltiger Lebensmittel wie Äpfel, Zitrusfrüchte oder Limonaden mindestens 30 Minuten mit dem Zähneputzen warten. Andernfalls trägt die Bürste den von der Säure angerauten Zahnschmelz ab.

Mythos 3: Jedes Kind kostet einen Zahn

Dieses Sprichwort ist weitverbreitet und lässt sich weder gänzlich widerlegen noch vollständig bestätigen. Da sich das Immunsystem während der Schwangerschaft vor allem auf den Schutz des ungeborenen Kindes konzentriert, leiden viele Frauen während dieser Zeit vermehrt an Infektionen. Außerdem kommt es durch Hormonumstellungen zu erhöhter Durchblutung und Lockerung des Zahnfleischs. Folglich besteht das Risiko einer Schwangerschaftsgingivitis, also einer entzündlichen Veränderung des Zahnfleischs. Daher sind sowohl gründliche Mundhygiene als auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt während der Schwangerschaft wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung.

Mythos 4: Zuckerfrei ist gleich zahngesund

Die Annahme, dass als zuckerfrei gekennzeichnete Lebensmittel unbedenklich für die Zähne sind, trifft nicht zu. Denn dieser Begriff bedeutet lediglich, dass Produkte keine herkömmliche Saccharose – also Haushaltszucker – enthalten. Frucht- oder Milchzucker können trotzdem auf der Liste der Inhaltsstoffe stehen und demnach genauso zu kariösen Defekten führen. Zahnfreundliche Lebensmittel beinhalten Ersatz- oder Süßstoffe wie Xylit oder Saccharin und lassen sich an einem bestimmten Zeichen erkennen: dem lächelnden Zahnmännchen mit Schirm.

Mythos 5: Milchzähne brauchen keine Pflege

Auch dieser Mythos ist falsch. Denn Milchzähne beeinflussen die Entwicklung des Kiefers und stellen sozusagen Platzhalter für die bleibenden Zähne dar. Fallen sie frühzeitig aus, besteht das Risiko von Kieferunterentwicklung und Fehlstellungen nachfolgender Zähne. Befinden sich außerdem schon Kariesbakterien im Milchgebiss, übertragen sich diese in den meisten Fällen auch auf später durchbrechende Zähne, sodass Kinder schon früh an bakteriellen Defekten leiden. Beginnen Eltern kurz nach dem ersten Zahn langsam und spielerisch mit der Zahnpflege und gewöhnen die Kleinsten an regelmäßige Arztbesuche, lässt sich dieser Entwicklung wirksam gegensteuern.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.09.2016
  • Autor/in: vitanet-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Praxisklinik Nilius: Dem Irrtum auf der Spur
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